Walsleben l Noch prägt weites grünes Land das Bild, wenn Andreas Lahn in diesen Tagen durch seinen Garten schreitet. Doch ein erster Schritt auf dem Weg zum Ziel ist fast abgeschlossen. Seit wenigen Wochen steht sein Japanhaus dort, wo er es immer sehen wollte. Aus einem alten Stallgebäude wuchs es hervor. Innen wie außen ähnelt es bereits einem solchen, vergleicht man es mit anderen Japanhäusern. Schnell hat der Mitarbeiter eines Bildungsträgers aufgezählt, was noch daran getan werden muss. Das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was er in den vergangenen Monaten hier erledigt hat.

Doch nicht nur das Japanhaus soll künftig Zeichen dessen sein, was der bald 60-Jährige in seinen freien Stunden mit Vorliebe tut. Auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal neben dem ehemaligen Kirchengemeindehaus an Walslebens Kirche möchte Andreas Lahn einen Japangarten errichten. Das Bild hat der lebensfrohe Mann fest vor Augen.

Zwischen Japanhaus und Garten

Er steht im Schein der untergehenden Herbstsonne zwischen Japanhaus und Nutzgarten, lässt die Arme zur Erklärung von rechts nach links wandern, während er beginnt zu erklären. So soll direkt vor dem Japanhaus eine Trainingsfläche entstehen, auf der unter freiem Himmel Kursteilnehmer üben können. Ganz in der Nähe wird ein Wasserfall leise vor sich hin plätschern. Das Wasser kommt aus einem Brunnen, den er in diesem Jahr bohren ließ. Der Trainingsfläche schließt sich ein großer Zen-Trockengarten an. Das wird ein Areal mit grauen Kieselsteinen, „die ganz besonders geharkt werden können“, erklärt er dazu.

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Es werde ein Wandelgarten, in dem die Kursteilnehmer, aber auch er persönlich meditieren können. Unterbrochen wird diese Fläche von kleinen Brücken. Noch weiter in Richtung Norden, abgegrenzt durch eine kleine Buchsbaum- oder Schilfhecke, wird der Teegarten samt Teehaus seinen Platz bekommen. „Für Teezeremonien“, berichtet Andreas Lahn. Durch einen Zierkirschengang führt der Weg vom Teehaus zurück zum Japanhaus. Und er sagt: „Ich kann mir schon wunderbar vorstellen, hier zu sitzen, auf den Garten und das Teehaus zu schauen.“

27 Jahre Karate

Bereits zu DDR-Zeiten sammelte der Osterburger im Judo erste Erfahrungen im Kampfsport. 1990 begann er seine Karate-Laufbahn, ist heute Träger des schwarzen Gürtels im Shotokan Karate. Außerdem ist er ausgebildeter medizinischer Qi Gong- und Tai chi-Trainer und arbeitet als Trainer beziehungsweise Kursleiter in Karate, Qi Gong, Tai chi und Meditation. Bei chinesischen, japanischen und deutschen Meistern sammelte er seitdem Erfahrungen und gibt diese seitdem mit großem Enthusiasmus an seine Kursteilnehmer weiter.

Nach China und Frankreich

Andreas Lahn lebt das, was er weitergibt. Deshalb gehörten Reisen nach China in der Vergangenheit dazu. Auch besuchte er das zen-buddhistische Kloster „kosanryumonji“ im französischen Weiterswiller.

Deshalb ist es auch nur zu konsequent, dass der Altmärker auf seinem riesigen Grundstück, nach dem er ein gefühltes halbes Leben gesucht hatte, heute das errichtet, was zur Vervollständigung dieser Lebensweise notwendig ist. Das ehemalige Gemeindehaus, in dem Andreas Lahn selbst lebt, versprüht an vielen Ecken einen Hauch Fernost.

Auch wenn all diese Ideen scheinbar im Verborgenen umgesetzt werden, so soll es doch nicht verborgen bleiben. Gibt Andreas Lahn seit vielen Jahren Kurse überall im Landkreis und Seminare für Interessenten aus verschiedenen Regionen, so soll sich spätestens ab 2019 alles auf seinen Garten konzentrieren. Auch möchte er sich künftig der Aktion „Tag der offenen Gärten“ anschließen.

Eröffnung spätestens 2019

Zum Ziel hat er sich gesetzt, mit Hilfe einer Unterstützeraktion 2018 das Werk zu vollenden, spätestens zum „18. Altmärkischen Heimatfest“ in Walsleben im Jahre 2019 den gesamten Garten zu eröffnen. „Ich kenne sachsen-anhalt-weit und auch in den angrenzenden Bundesländern keinen Japangarten dieser Größe“, sagt Andreas Lahn. Er freut sich auf die Vollendung seiner seit Jahrzehnten währenden Idee und darauf, dass er sein Werk künftig Seminarteilnehmern und Gartenliebhabern präsentieren kann.

Etwa 10.000 Euro werden dafür benötigt. Bis Ende November läuft noch die Unterstützeraktion, mit der der Walslebener die Hälfte dieser Summe einwerben möchte. Es besteht die Möglichkeit, ihm ohne Gegenleistung finanziell unter die Arme zu greifen. Er bietet allerdings auch abhängig von der Spendenhöhe Trainingsstunden oder komplette Wochenend-Seminare an.

Informationen gibt es dazu unter www.gesundheit-mit-qigong.de.