Köckte l „Die Idee zu diesem Markt hier hatten wir schon lange“, erzählt Reinhard Hauer über den Deichflohmarkt. Mit „wir“ meint er sich und seine Familie, die in Köckte lebt. Direkt hinter ihrem Häuschen liegt am neu errichteten Deich eine große Fläche, die sich optimal für solche Veranstaltungen eignet. In diesem Jahr, da es nach wie vor den Schaustellern und „fliegenden Markthändlern“ an Gelegenheit mangelt, wieder Kundschaft anzulocken, wurde aus der Idee Realität.

„20 Jahre lang haben wir die Versorgung im Wildpark Weißewarte übernommen“, berichtet Hauer weiter. Mit den Veränderungen im Park und der Übernahme durch einen Verein müsse der Verein selbst Einnahmen generieren und habe deshalb selbst die Versorgung in die Hände genommen. Für Reinhard Hauer bedeutete das in diesem Jahr bisher null Einnahmen. „Und die Reserven sind fast aufgebraucht“, ergänzt er. Deshalb investierte er noch einmal Hunderte Euro, um die Wege für den Deichflohmarkt in Köckte zu ebnen.

Brandgefahr auf Deichflohmarkt

Alles war geregelt. Dann kam der Freitag vor dem Flohmarkt und mit ihm die höchste Waldbrandwarnstufe. „Doch auch dafür haben wir eine Lösung gefunden“, sagt Reinhard Hauer. In Absprache mit dem Ordnungsamt wurden „Rauchen verboten“-Schilder aufgestellt, eine „Raucherinsel“ inklusive Wassereimer installiert, ein Traktoranhänger mit wasserbefüllten Tanks am Rande des Marktareals stationiert und Kanister mit Wasser in die Nähe der Händlerstandorte gebracht.

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Und damit auch der noch junge Deich nicht unter dem Besucherstrom leidet, gibt es Regeln für alle Besucher, Absperrband, damit sich keiner auf die Deichanlage verirrt. Denn das ist auch im Interesse des Organisators. Es soll nicht bei dem einen Deichflohmarkt bleiben. Bis zum Ende des Jahres stehen die weiteren Termine fest. Einmal im Monat wird jetzt hier getrödelt werden.

Deichflohmarkt kam gut an

„Ich hatte schon Bedenken, dass nur ganz wenige Menschen kommen werden“, sagt Birgitt Hauer. Ihre Befürchtungen lösen sich allerdings bereits in den ersten Stunden in Luft auf. Sowohl die angemeldeten 35 bis 40 Händler sind fast alle ab 6 Uhr auf dem Platz. Gegen 7 Uhr kommen die ersten Besucher und gegen 9 Uhr ist die Lindenstraße des kleinen Dorfes am Rand bis zum Ortsausgang mit parkenden Autos voll.

Einen großen Kreis dürfen die Gäste aus nah und fern gehen, um sich an den Ständen der Händler, die aus der Region, aber auch aus dem ostelbischen Raum und dem Bördekreis kommen, umzuschauen.

Deichflohmarkt: Verkauf mit Herzschmerz

Zu ihnen gehören unter anderem Irena Moritz und Tochter Maja (13) aus Dahlen. „Seit den letzten zwei Jahren fahren wir regelmäßig auf Trödelmärkte“, berichtet die Dahlenerin. „Es ist einfach zu schade, all das hier wegzuwerfen.“ „All das“ sind Plüschtiere, Bücher, Schulranzen, Schultüten und mehr. „Allerdings ist es nicht die Schultüte, die sie von uns bekommen hat“, sagt Irena Moritz. Die werde gut verwahrt. Nicht alles, was die beiden auf Tischen und Tüchern ausgebreitet haben, gibt die 13-Jährige locker weg. „Ein wenig Herzschmerz hängt schon an ein, zwei Sachen“, berichtet sie und zeigt auf „Skylander“-Figuren, mit denen sie viele Jahre lange gespielt habe.

Aber nicht nur Spielsachen für Kinder jeden Alters gibt es auf dem Deichflohmarkt in Köckte. Auch ausrangierte Kleidung für jedes Alter, Schuhe, neuer und sehr alter Hausrat, einige Antiquitäten und jede Menge Nippes werden an diesem heißen Sommertag zum Kauf angeboten.

Viele Interessenten findet der Griebener Axel Pukallus für sein weißes Fahrrad. Aus dem Schrott geholt und aufgearbeitet ist es ein wahres Schmuckstück für jeden, der Platz für so große Dekorationsgegenstände hat. „Das geht heute noch weg“, ist sich der Hobby-Musiker sicher, der auch Teile seiner Band-Ausrüstung mit anbietet.

Der nächste Deichflohmarkt findet am 6. September statt.