Borstel (dly) l Wenn es um die Entwicklung in ihrer Gemarkung geht, um die Randbereiche des Flugplatzes zum Beispiel, möchten die Borsteler gern ein Wörtchen mitreden. Denn was auf dem Areal passiert, habe einen unmittelbaren Einfluss auf die Lebensqualität in ihrem Ortsteil, sagen die Mitglieder des Ortschaftsrates in einem Antrag, den sie dem Stadtrat vorgelegt haben. Am Mittwoch wurde er erstmals im Wirtschaftsförderungs-, Vergabe- und Liegenschaftsausschuss beraten. Im Antrag wird gefordert, dass die Verwaltung umgehend Maßnahmen zur Schaffung der öffentlichen Zuwegung und Erschließung einleitet, wie sie im Bebauungsplan für das Industrie- und Gewerbegebiet „Am Altmärkischen Flughafen“ vorgesehen sind, der derzeit aufgestellt wird.

Bei ihrer Forderung haben die Borsteler vor allem schon aktive und auch potenzielle Investoren im Blick. Einer davon hat vor drei Jahren die alte Flugleitzentrale, ein Baudenkmal, gekauft und möchte dort eine Art Herberge eröffnen, zum Beispiel für die Teilnehmer an Veranstaltungen, Fliegerlagern oder Wettkämpfen wie die ins nächste Jahre verschobene Segelflug-WM. Seit dem Kauf hat der Investor schon eine ordentliche Summe in das Gebäude zwischen den denkmalgeschützten Hangars investiert, auch in der Hoffnung, dass die im B-Plan vorgesehene Zuwegung recht bald gebaut wird.

Bis jetzt wurde und ist nur die Ansiedlung von luftfahrtaffinem Gewerbe zugelassen worden, das über die Medien des Verkehrslandeplatzbetreibers versorgt werden kann. Wegen der geringen Kapazität werden weitere Ansiedlungen kaum noch möglich sein.

„Ich glaube nicht, dass in Kürze eine Straßenerschließung erfolgen wird“, machte Planungsamtsleiter Axel Achilles klar. Denn noch werde am B-Plan gearbeitet, Änderungen werden eingearbeitet. Unter anderem hatte einer der ansässigen Investoren eine veränderte Straßenverkehrsführung beantragt, der auch entsprochen wird.

Der geänderte Plan soll nach jetzigem Stand Ende dieses, Anfang nächsten Jahres öffentlich ausgelegt werden. Der Plan sieht eine Haupterschließungsachse vor, die von der Osterburger Straße nach Westen führt. Von der Hauptachse sollen zwei Seitenarme nach Süden in Richtung Flugplatz gehen.

Eine öffentliche Erschließung für die Versorgungsmedien sei derzeit nicht vorgesehen, sagte Axel Achilles, sondern erst – so auch die Aussage der Stendaler Stadtwerke –, wenn es ausreichend Interessenten für eine Ansiedlung in diesem Industrie- und Gewerbegebiet gibt und Planungsrecht besteht.

Im Ausschuss stellte Borstels Ortsbürgermeister Karl-Heinz Krause mögliche Varianten vor, um eine Zufahrt für die ehemalige Flugleitzentrale zu schaffen. „Die Stadt sollte sich überlegen, ob nicht im Sinne von Wirtschaftsförderung ein geschotterter Weg im Vorgriff auf die geplante Erschließung angelegt werden könnte“, appellierte er an die Stadträte.

Interessenten bleiben aus

In ihrem Antrag bringen die Mitglieder des Borsteler Ortschaftsrates ihre Sorge zum Ausdruck, dass die fehlende Erschließung ein Grund dafür sein könnte, warum sich bisher so wenige Interessenten gefunden haben und warum ein möglicher Investor, der einen Reparaturbetrieb für Ul­traleichtflugzeuge bauen wollte, seinen Kaufantrag zurückgezogen habe.