Stendal l Es ist kalt auf dem Flugplatz Stendal-Borstel. Autos rauschen auf der Osterburger Straße vorbei, Nebel liegt in der Luft. Zum Glück gibt es in der Garage, in der die neuen Wasserdruckpumpen für den Flugplatz am vergangenen Mittwoch in Betrieb genommen wurden, eine Heizung. „Zum Frostschutz“, sagt Oliver Enßlen, Geschäftsführer der Firma Enßlen, die die Pumpen gebaut hat.

Corona verzögert Bau

Eigentlich hätten die Wasserdruckpumpen bereits viel früher gebaut werden sollen. „Das erste Mal waren sie 2012 bei der Erschließung mit vorgesehen“, sagt Matthias Jahn, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Stendal-Borstel. Dies wurde allerdings verworfen. Letztendlich wurden die Pumpen im August dieses Jahres bestellt, doch durch Schwierigkeiten mit den Lieferketten, bedingt durch Corona, konnte der Bau erst Mitte November beginnen, wie Jahn sagt. In nur knapp einem Monat wurden die Pumpen und die dazugehörige Garage auf dem Flugplatz fertiggestellt.

Doch warum wurden die neuen Pumpen überhaupt benötigt? „Der Wasserdruck ist auf dem Gelände sehr gering. Bei Großveranstaltungen kann es dabei schon zu Problemen kommen“, erklärt Enßlen. Etwa bei der eigentlich in diesem Jahr geplanten Segelflugweltmeisterschaft, die coronabedingt auf 2021 verschoben wurde.

System unterstützt Feuerwehr

Auch für die Sicherheit kann der niedrige Wasserdruck ein Problem sein, etwa wenn die Feuerwehr auf dem Flugplatzgelände Löschwasser braucht. Mit den neuen Pumpen ist das kein Problem mehr: „Es kann bei gleichem Druck variabel viel Wasser gezapft werden. Das System ist zudem sehr energie-effizient, weil nur genau so viel Wasser verbraucht wird, wie auch benötigt wird.“

51 000 Euro netto hätten die Pumpen gekostet. „Das Land unterstützt uns bei der Investition mit einer 50 Prozent Förderung“, sagt Jahn. Deswegen sei es auch wichtig gewesen, den Bau noch in diesem Jahr abzuschließen. „Bevor das Förderjahr endet.“ Ein bis drei der insgesamt vier Pumpen können zeitgleich genutzt werden. „Die vierte ist zur Reserve. Wenn bei einer Veranstaltung eine Pumpe ausfallen würde, könnte man schnell umschalten“, erklärt der Elektrotechniker Enßler.

800 Meter lange Leitungen auf Flugplatz

Etwa 800 Meter lange Leitungen muss das Wasser auf dem Flugplatzgelände zu den Entnahmestellen überwinden. Die Anlage läuft vollautomatisch. „Der Druck wird durch Sensoren überwacht“, sagt Enßler. Trotzdem können Einstellungen über einen Computer manuell vorgenommen werden, etwa die gewünschte Bar-Zahl.

Zur Inbetriebnahme der neuen Anlage war auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) auf dem Flugplatzgelände. „Es ist eine schöne Anlage“, sagt der Bürgermeister. Man hätte hier die regionale Wirtschaft unterstützt. Die Hansestadt Stendal ist Eigentümer des Flugplatzgeländes und „damit natürlich in der Verantwortung“, wie Schmotz betont.