Landtagswahl

Freie Wähler setzen in Stendal ein Achtungszeichen bei der Landtagswahl

Die CDU hat in der Altmark ihre Direktmandate verteidigt. Für die Überraschungen des Wahlabends sorgten andere. Die Freien Wähler zum Beispiel, die mit ihren Direktkandidaten in Stendal und Osterburg viele Stimmen sammelten.

Von Donald Lyko
Am Ende der Auszählung im Stendaler Wahllokal in der Stadtbliothek stand fest: CDU-Kandidatin Xenia Schüßler hat  mit 28,11 Prozent das beste Ergbnis erzielt.  Es folgte AfD-Kandidat Matthias Büttner mit 19,3 Prozent.
Am Ende der Auszählung im Stendaler Wahllokal in der Stadtbliothek stand fest: CDU-Kandidatin Xenia Schüßler hat mit 28,11 Prozent das beste Ergbnis erzielt. Es folgte AfD-Kandidat Matthias Büttner mit 19,3 Prozent. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Der Landkreis Stendal kann in der Landespolitik künftig mit recht lauter Stimme auftreten, wenn es um Wünsche und Forderungen aus dem ländlichen Raum im Norden geht. Denn fünf Mitglieder des Stendaler Kreistages haben es wieder oder erstmals in den Landtag geschafft: Juliane Kleemann (SPD) und Matthias Büttner (AfD) im Wahlkreis Stendal, Chris Schulenburg (CDU) im Wahlkreis Havelberg-Osterburg sowie Ulrich Siegmund (AfD) und Thomas Staudt (CDU) im Wahlkreis Genthin mit Tangermünde und Tangerhütte.

Aus den drei Wahlkreisen ziehen weitere Kandidaten in den Landtag ein: Dorothea Frederking (Grüne) und Xenia Schüßler (CDU) im Wahlkreis Stendal sowie Wulf Gallert (Linke) im Wahlkreis Havelberg-Osterburg.

Drei Direktkandidaten mehr als vor fünf Jahren

Wer die Ergebnisse für den Wahlkreis Stendal, zu dem die Einheitsgemeinde Bismark gehört, von 2021 mit denen von vor fünf Jahren vergleicht, kommt schnell zu allgemeinen Aussagen: SPD-Direktkandidatin Juliane Kleemann hat ihren Wert von 20,2 Prozent (2016) auf jetzt 11,84 Prozent fast halbiert, FDP-Kandidat Ralf Berlin ebenso von 14,6 auf 7,09 Prozent. Der Vergleich muss allerdings hinken, denn vor fünf Jahren sah es im Bewerberfeld noch anders aus. AfD und Freie Wähler hatten keine Direktkandidaten nominiert. In diesem Jahr schon. Mit der Kandidatin von dieBasis gab es insgesamt acht Direktbewerber im Wahlkreis Stendal – drei mehr als vor fünf Jahren und zwei unter den dreien, die bei den Erststimmen ordentlich abgeräumt haben.

Hinter Siegerin Xenia Schüßler mit knapp 30 Prozent kam Matthias Büttner (AfD) mit 22,31 Prozent ins Ziel. Dass diese beiden Bewerber das Rennen unter sich ausmachen würden, schien für den Wahltag recht sicher. Vor dem Auszählen in den großen Wahllokalen und in den Briefwahllokalen schmolz der Schüßlersche Vorsprung zeitweise aber auf so wenige Prozente, dass der Ausgang des Rennens streckenweise offen war. Am Ende wurde es aber für die Christdemokratin aus Stendal ein Start-Ziel-Sieg.

Bei Zweitstimmen holen die Linken in der Ostaltmark den Bronzeplatz

Ein Achtungszeichen setzte der Drittplatzierte: Der Stendaler Hennig von Katte von Lucke von den Freien Wählern konnte bei seiner Premiere auf landespolitischer Bühne auf Anhieb gut zwölf Prozent einfahren. Damit ließ er Kandidaten etablierter Parteien, die teils deutlich längere Politik- und Wahlkampferfahrungen mitbringen, hinter sich, darunter Juliane Kleemann, Co-Vorsitzende der Landes-SPD und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, die Grüne-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking und den Liberalen Ralf Berlin, Vorsitzender der FDP/Grüne/Landwirte-Fraktion im Stendaler Kreistag.

Mit knapp elf Prozent schaffte es Linke-Bewerberin Anisa Fliegner aus Seehausen, die vor dem Wahlkampf im Wahlkreis Stendal kaum bis gar nicht bekannt war, hinter Juliane Kleemann auf den fünften Platz und damit ins Mittelfeld. Xenia Schüßler, Dorothea Frederking und Carola Maria Sielaff (dieBasis) lagen mit ihren Erststimmen unter dem Zweitstimmenwert für ihre Parteien, die anderen lagen darüber.

Im Parteienvergleich, also beim Blick auf die Zweitstimmen (Wahlbeteiligung 58,1 Prozent), gibt es eine andere Reihenfolge im Mittelfeld. Mit knapp 34 Prozent behauptete die CDU auch diesmal ihre Führung (2016: 30,8 Prozent), die AfD kam mit knapp 22 Prozent sicher auf Platz zwei (2016: 25 Prozent). Aufs Treppchen schaffte es die Linke mit 10,19 Prozent (2016: 16,4 Prozent), gefolgt von der SPD mit 8,99 Prozent (2016: 11,8), den Freien Wählern mit 8,17 Prozent (2016: 1 Prozent), der FDP mit 5,63 Prozent (2016: 4,9 Prozent), den Grünen mit 5,12 Prozent (2016: 4,3 Prozent) und der Partei dieBasis mit 1,54 Prozent.