Corona

Fußballfan aus dem Landkreis Stendal kehrt zurück mit Delta-Infektion

Bei einem ungeimpften Besucher der Fußball-Europameisterschaft aus dem Landkreis Stendal wurde die immer stärker um sich greifende Virusvariante nachgewiesen. Gemeinsam mit seiner Frau befindet er sich in Quarantäne.

Bei einem der Spiele in St. Petersburg, hier das Viertelfinale  Schweiz - Spanien, muss sich der Mann aus dem Landkreis Stendal infiziert haben.
Bei einem der Spiele in St. Petersburg, hier das Viertelfinale Schweiz - Spanien, muss sich der Mann aus dem Landkreis Stendal infiziert haben. dpa/Maxim Shemetov

Stendal (akö) - Bei der Fußball-EM war offensichtlich nicht nur die Stimmung ansteckend. Dem in zehn europäischen Städten ausgetragenen Turnier verdankt der Landkreis Stendal den ersten Corona-Infizierten, der sich mit der Delta-Variante angesteckt hat. Laut Sebastian Stoll, dem Ersten Beigeordneten des Landrates, weilte der Mann zu einer Partie im russischen St. Petersburg.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland musste sich der Mann ohnehin in Quarantäne begeben. Ein Schritt, der sich angesichts seiner Infektion als richtig erwiesen hat.

„Einzige bisher bekannte Kontaktperson ist die Ehefrau des Mannes“, sagt Sebastian Stoll. Auch sie musste sich in Quarantäne begeben und sich einem PCR-Test unterziehen. „Die Mutationsanalyse geht dem Gesundheitsamt in den nächsten Tagen zu“, informiert Angela Vogel, Büroleiterin von Landrat Patrick Puhlmann (SPD).

Hygieneregeln sind konsequent einzuhalten

Besondere Vorkehrungen seien wegen der Infektion mit der Delta-Variante nicht erforderlich. „Allerdings müssen wir alle weiterhin sehr aufmerksam sein und die grundlegenden Abstands- und Hygieneregeln konsequent einhalten“, mahnt der Landrat. „Wir sind gerade in einer komfortablen Phase mit extrem niedrigen Infektionsraten, aber unsere Nachbarländer zeigen, dass es wohl eher eine Unterbrechung als das Ende der Pandemie ist. Insbesondere die Quarantäne bei Einreise aus dem Ausland halte ich für eine wirksame Maßnahme im Kampf gegen das Virus, egal welche Variante“, sagt Patrick Puhlmann.

Einen noch wirksameren Schutz als die Einhaltung der Hygieneregeln bieten die Corona-Schutzimpfungen. Was die Impfbereitschaft der Bevölkerung angeht, besteht allerdings Anlass zur Sorge. „Leider werden die angebotenen Impftermine im Landkreis nicht mehr angenommen.

Die Impfpriorität ist seit einigen Wochen aufgehoben, und jeder ab 18 kann sich impfen lassen. Der Andrang hält sich jedoch seit einiger Zeit in Grenzen“, konstatiert der Landrat. Daher werde der Kreis ab dem heutigen Mittwoch, 14. Juli, das Impfen ohne vorherige Terminanmeldung ermöglichen.

„Bitte haben Sie Verständnis, dass sich Kunden mit bereits vorhandenem Termin nicht in die mögliche Warteschlange einreihen“, sagt der Landrat. „Damit würde nicht nur unser Terminmanagement durcheinandergebracht, sondern möglicherweise auch die empfohlenen Abstände zwischen den Impfungen verletzt“, erklärt Sebastian Stoll.

Für diejenigen, die sich zu Zeiten knapper Termine erfolgreich um ein Impfangebot bemüht haben, heißt es also, sich in Disziplin und Geduld zu üben. Bislang Unentschlossene profitieren hingegen von der lockereren Herangehensweise. Wer allerdings glaubt, mit spontanem Auftauchen im Impfzentrum schneller zur Zweitimpfung zu gelangen, der irre, sagt der Erste Beigeordnete. „Die Erstimpfung wird ja dokumentiert. Daher sehen wir, wann Interessenten an der Reihe sind.“

Mit dem Angebot später Impftermine bis 20.30 Uhr habe der Kreis zwar vor allem arbeitende Menschen erreicht, der Erfolg hält sich jedoch mit einer Auslastung von lediglich 13 Prozent in Grenzen. „Wir werden dieses Angebot vermutlich reduzieren und nur noch an zwei Tagen in der Woche die langen Öffnungszeiten anbieten“, sagt Sebastian Stoll.

Mobiles Team impft in Havelberg

Im geschlossenen Impfzentrum in Havelberg würden alle Zweittermine abgesichert. „Allerdings schicken wir ein mobiles Team, dass die Räume im ehemaligen Krankenhaus aufschließt, die Zweitimpfungen vornimmt und dann wieder nach Stendal zurückkehrt“, erläutert der Erste Beigeordnete. Alles andere sei mit einem viel zu hohem Aufwand verbunden.