Stendal l „Der große Boom in der Altmark ist ausgeblieben“, resümierte Klaus Schikora, als er kürzlich den jüngsten Grundstücksmarktbericht für die Region vorstellte. Das Mitglied des fünfköpfigen sachsen-anhaltischen Gutachterausschusses für Grundstückswerte beleuchtete dabei gemeinsam mit Mitarbeiter Uwe Schürmann die vergangenen beiden Jahre.

Sie machten deutlich, dass sich der altmärkische Immobilienmarkt in diesem Zeitraum abgeschwächt hat. Wurden im Jahr 2005 noch über 4000 Kaufverträge für Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen sowie für Acker, Grünland und Wälder abgeschlossen, waren es im Vorjahr lediglich 3039. Allerdings stieg der Umsatz – von 141 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 205 Millionen Euro im Jahr 2018.

Hohe Preise in Tangermünde

Rückläufig ist der Trend bei bebauten Objekten. Freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser mit einem Preis bis 100 000 Euro sind besonders gefragt. Das klassische 50 Jahre alte Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von rund 120 Quadratmeter wurde im Vorjahr schon für unter 100 000 Euro angeboten. Für ein Eigenheim neueren Datums in dieser Größe mussten dagegen durchschnittlich 170 000 Euro hingeblättert werden. Doppelhaushälften und Reihenhäuser sind zumeist etwas günstiger. Hier liegt die Preisspanne zwischen 50 000 und 100 000 Euro.

In ausgewählten Wohnlagen spiele Tangermünde in „einer Preisliga mit Magdeburg“, machte Schikora deutlich. Und Eigentumswohnungen sind in der Elbestadt am teuersten. Apro­pos Eigentumswohnungen: Sie haben zwar beim altmärkischen Immobilienmarkt als einziger Teilbereich sowohl bei der Anzahl der Verkäufe als auch beim Geldumsatz zugelegt, aber ihr Gesamtanteil ist relativ gering.

Für potenzielle Häuslebauer, die ein Grundstück suchen, hatte Schikora eine gute Kunde: „In der Altmark gibt es noch günstig Bauland.“ 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter sind für einen Eigenheimbauplatz durchaus realistisch. In Stendal und Salzwedel liegen die Quadratmeterpreise höher, bewegen sich in der Regel zwischen 30 und 45 Euro. In diesem Zusammenhang berichtete Schikora, dass die Baulandpreise im Stendaler Speckgürtel gestiegen sind. Dazu zählen Borstel, Dahlen, Hassel, Jarchau und Uenglingen.

Preis für Ackerland steigt seit Jahren

Auf dem bebauten Grundstücksmarkt in der Altmark ist die Nachfrage nach Objekten gesunken, die vor 1949 entstanden sind. Das gilt auch für Gebäude, die zwischen 1949 und 1990 hochgezogen wurden. Allerdings gab es bei ihnen einen deutlichen Preisanstieg: 950 Euro je Quadratmeter Wohnfläche wurden dafür durchschnittlich gezahlt. Für Gebäude, die nach 1991 gebaut wurden, zahlten die Käufer im Vorjahr im Mittel sogar 1400 Euro je Quadratmeter.

Zugelegt haben auch die Preise bei Grünland. Der Hektar wechselte im Vorjahr für rund 7500 Euro den Besitzer, das entspricht 75 Cent pro Quadratmeter. Bei Ackerland betrug der durchschnittliche Preis etwa 12 500 Euro je Hektar, also 1,25 Euro pro Quadratmeter. Damit hat sich der Preis von Ackerland in der Altmark seit 2012 verdoppelt.