Tangerhütte l Eine große Cremetorte mit einer dicken 104 darauf, Blumen und viele Geschenke – all das wartete am Dienstag auf die älteste Tangerhütterin in der örtlichen DRK-Begegnungsstätte. Unter guten Bekannten feierte Hermine Schubert dort einen außergewöhnlichen Geburtstag – schon den vierten, nachdem sie die 100 voll gemacht hatte.

Und weil die zierliche, kleine Dame vor allem geistig noch richtig gut bei der Sache ist, traute sich Betreuerin Margit Look doch glatt von einer Schnapszahl und dem 111. Geburtstag zu sprechen, den sie noch gemeinsam feiern wollen.

Mit 104 Jahren noch viel unterwegs

Schnaps – oder lieber Eierlikör, den sie besonders gern im Schokobecher mag – den könne man doch aber heute schon trinken, fand die Jubilarin und da stimmten ihr alle zu. In der Begegnungsstätte, die sie seit mehreren Jahren einmal pro Woche besucht, wird geplaudert und Kaffee getrunken und ab und zu geht es auch gemeinsam auf Tour – das liebt Hermine Schubert ganz besonders – ebenso wie das Spiel „Rummikubb“ und die neuesten Nachrichten aus ihrer Region.

Bilder

Hermine Schubert, die noch vor dem ersten Weltkrieg in Glogau, Niederschlesien, geboren worden ist, hat in ihrem Leben viel erlebt. Schöne und weniger schöne Zeiten waren darunter. An den ersten Weltkrieg verlor sie einen Teil ihrer Kindheit, an den zweiten Lebenszeit und zehn Jahre lang auch ihren Mann. Mit zwei kleinen Töchtern und ihrer Mutter floh sie aus der alten Heimat und kehrte noch einmal zurück, nur um ein zweites Mal gehen zu müssen.

Vier Ururenkel gehören zur Familie

Später fand sie in Buch ein neues Zuhause, bis auch ihr Mann aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, lebte dann 40 Jahre lang in Birkholz, wo ihr drittes Kind zur Welt kam. Heute gehören drei Enkel, drei Urenkel und vier Ururenkel zur Familie von Hermine Schubert.

Unternehmungslustig ist sie immer gewesen und das wissen auch ihre Bekannten in der Begegnungsstätte. Erst im August waren alle zusammen zu einem Kaffee-Ausflug nach Ringfurth aufgebrochen und die nächsten Touren sind schon wieder geplant. Dass sie sich gut aufgehoben fühlt in der Begegnungsstätte, das habe aber auch mit den Menschen zu tun, die sie dort trifft. Ruth Kratz und Ingeborg Urban etwa gehören dazu. Von allen Wegbegleitern in der Begegnungsstätte gab es gestern noch ein Gruppenfoto im Bilderrahmen, damit sie alle jeden Tag bei ihr sein können.