Tangermünde l Der eine hat es bereits, der andere möchte es unter Beweis stellen, wenn er am Sonntag, 1. Dezember, die Stichwahl im Landkreis Stendal gewinnen sollte. In einer kurzweiligen Veranstaltung sind am gestrigen Donnerstag Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der Landratskandidat Patrick Puhlmann (SDP) in einen Dialog getreten. Die dafür von den Tangermünder Ortsverbänden der Linken und der SPD ausgewählte Salzkirche war mit mehr als 100 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt.

Dass Puhlmann am Erfahrungsschatz des Hauptgastes interessiert ist, daran gab es keinen Zweifel. Der 36-Jährige Tängermünder schlüpfte in die Rolle des Moderators und ließ sich Fragen beantworten, die ihn selbst interessierten und jene, die er in seinem Wahlkampf von Bürgern gestellt bekommen hatte. Der redegewandte Ramelow machte mehrfach deutlich, wie er als Ministerpräsident Thüringens in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich eine rot-rot-grüne Landesregierung in Erfurt geführt habe und dafür mit einem Spitzenergebnis zum Wahl vor einem Monat honoriert wurde.

Bürgernähe

„In erster Linie durch Vertrauen und offene ehrliche Debatten auf Augenhöhe“, sagte Ramelow. Kein gegenseitiges Ausgrenzen mehr, sondern ein Miteinander müsse im Vordergrund stehen. Für den Bürger sei es wichtig, die Politik zu spüren und eine Verlässlichkeit zu erkennen. Das schaffe Vertrauen bei den Wählern. Auch müsse man Fehler eingestehen und dorthin gehen, „wo es weh tut“. Das würde er auch jedem Landrat empfehlen. Ebenso, sich nie vor einer Verantwortung zu drücken oder zu verstecken, vielmehr, die Menschen mitzunehmen. Ramelow pflege diesen bürgernahen Stil auf allen Ebenen, „auch mit meinen Landräten“, betont der Thüringer und gab den Tipp: „Ein guter Landrat wird vorne raus geschmissen und kommt hinten wieder rein.“ Die Klarheit und Offenheit setzte sich im Dialog mit dem Publikum fort, bevor Ramelow nach gut einer Stunden mit Beifall verabschiedet wurde.

Im ersten Teil des Dialogs standen als Gesprächspartner Rede und Antwort: Cathleen Hoffmann (Vorsitzende des Grünen-Verbandes Altmark, Kreistagsmitglied Juliane Kleemann (SPD) sowie die beiden Landtagsabgeordneten Rüdiger Erben (SPD) und Wulf Gallert (Linke). Musikalisch umrahmte die Veranstaltung Phillip Hanke mit einer Liedauswahl, die „wach rüttelt“, wie er sagte.