Stendal l Zum größten Teil möchten sie Rehabilitationspsychologen werden. 316 jungen Frauen und Männer bewarben sich um einen Platz in diesem Stendaler Studiengang. Allerdings hatte bei einer Kapazität von 85 im Erstsemester 2017/2018 nur jeder Vierte von ihnen die Chance darauf.

Um so strahlender die Gesichter am Mittwoch im großen Saal des Theaters der Altmark. Ebenso bei den frisch immatrikulierten Studenten der Kindheitswissenschaften, den künftigen Kindheitspädagogen und Kinderrechtlern, den Studenten der Betriebswirtschaftslehre und denen, die sich dem Risikomanagement widmen werden.

Globus in der Schultüte

Mehr als 370 Erstsemester-Studierende sind es insgesamt, von denen etwa 300 den großen Saal des Theaters der Altmark (inklusive all ihrer Gäste) füllten. Eine tolle Kulisse auch für diejenigen, die den jungen Leuten mit ihren Bühnenauftritten ein Wohlgefühl vermitteln wollten. Den künstlerischen Rahmen zimmerten Mimen und Sänger des Theater-Ensembles. Das übrigens derart locker und nicht weniger hochkarätig, dass es angetan war, den Neu-Stendalern im Saal Lust auf Theater zu machen.

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„Schön, dass Sie da sind. Liebe Studentinnen und Studenten – das ist eine Anrede, die Sie ab heute öfter hören werden“, versprach Prof. Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, den Erstsemestern der am altmärkischen Hochschulstandort angesiedelten beiden Fachbereiche Angewandte Humanwissenschaften und Wirtschaft.

Lequy, die Französin ist, bediente sich gern eines deutschen Rituals in Sachen Schulstart – das der Schultüte. Die, mit der die Hochschulrektorin ihre neuen Studenten beschenkte, war unter anderem gefüllt mit einem Mikroskop (Symbol des genauen Hinsehens, Draufschauen), einem Badmintonschläger als Synonym für die sportlichen Angebote der Hochschule, einem Stück Kunstrasen, das für die 37 Quadratmeter Wiese steht, die rein statistisch auf jeden Studenten der Hochschule im Grünen kommen, einem Kochlöffel, mit dem ein bekömmliches Studienmenü angerichtet worden sei, und einem Globus, der die Weltoffenheit der Hochschule symbolisierte und damit Zeichen gegen Rassismus und Intoleranz war. Für dieses Mitbringsel der Professorin gab es spontanen Beifall.

Mehr davon gab es allerdings für Ines Hnatek, die nach dem obligatorischen Willkommen des Stendaler Oberbürgermeisters Klaus Schmotz auf die Bühne trat, um die „Neuen“ zu begrüßen. Die Studentin der Reha-Psychologie im dritten Semester hatte genau so viele Tipps für die Erstsemester dabei wie das Wort Stendal Buchstaben hat:

S wie Standhaftigkeit („Es liegt an euch, diesen Weg zu gestalten“).

T wie Talent („Ohne Willenskraft kein Talent. Wenn ihr es wirklich wollt, könnt ihr es schaffen“).

E wie Erkenntnis („Es gibt sicher Dinge, die ihr nicht versteht. Habt Geduld, das wird“) .

N wie Neuanfang („Das hier ist eurer. Herzlichen Glückwunsch“).

D wie Depression („Man munkelt, es gebe die Stendal-Depression. Aber es liegt doch an euch, wie viele Partys ihr hier feiert“).

A wie aktive Ausbildung („Ein wichtiges Element für Erfolg“).

L wie Liebe („Nehmt euch Zeit für euch selbst, für andere und sucht euch dafür liebenswerte Menschen. Davon gibt es in Stendal viele“).

Derart gut gerüstet wird mancher der „Neuen“ sicher auch erreichen, wofür vier junge Frauen abschließend vom Förderverein der Hochschule geehrt wurden: Stendaler Studenten mit den besten Abschlüssen ihres Studiums.