Neue Ausstellung

„Liechtensteiner Ansichten“ heißt die neue Sonderausstellung im Winckelmann-Museum, die bis 29. Juli zu sehen ist. Es handelt sich um Malerei und Grafik des jungen russischen Künstlers Alex Doll. Bei Aufenthalten im Fürstentum hat er seine Sicht auf das Land gemalt.

Die Ausstellung, die zu den üblichen Öffnungszeiten im 1. Stock des Hauses zu sehen ist, wurde zuletzt im Liechtensteinischen Landesmuseum gezeigt, dessen Direktor Rainer Vollkommer die Ausstellung in Stendal am Freitagabend eröffnete. Neben dem Künstler waren auch der russische Generalkonsul Konstantin Nefedov sowie der Liechtensteiner Botschafter Prinz Stefan von und zu Liechtenstein anwesend.

Die Ausstellung wird an 17 Orten in Russland gezeigt, als Erstes im Heimatort des Künstlers, in Orenburg.

Stendal l Wenn im kommenden Jahr im Dezember der 300. Geburtstag des Stendaler Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) ansteht, dann wird das Winckelmann-Museum geschlossen sein. Und das hat einen guten und an sich auch erfreulichen Grund: Das Museum wird aufwendig umgebaut und erweitert. „Die Mittel von der Landes- investitionsbank sind in vollem Umfang genehmigt worden“, sagte Max Kunze als Präsident der Winckelmann-Gesellschaft am Freitag am Rande einer Ausstellungs- eröffnung im Museum. Mitte August sollen die Bauarbeiten beginnen. Sie werden im Mai 2018 abgeschlossen sein.

Trotz Schließung ein Jubiläumsfest

„Dass das Museum ausgerechnet am Winckelmann-Geburtstag geschlossen hat, ist etwas bedauerlich, aber auch nicht ganz so schlimm“, sagte Kunze. Man werde 2017 um den 9. Dezember herum eine ganze Woche Programm gestalten, verspricht der Präsident. „Es gibt ja auch noch schöne andere Kulturorte in Stendal, wo man so etwas machen kann“, sagte Kunze. Dadurch, dass sich die Zusagen für die Finanzierung des Museumsumbaus lange hingezogen hätten, sei man nun mit den Bauarbeiten in die beiden Jubiläumsjahre 2017/18 hineingeraten.

Man sei bei der Winckelmann-Gesellschaft heilfroh, dass man mit dem Museums­projekt zum Zuge gekommen sei, sagte Kunze. Gerade weil sich im Land viel auf das Reformationsjubiläum 2017, bei dem sich der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg zum 500. Mal jährt, konzentriere, sei dies nicht ganz selbstverständlich. Die Stadt als Eigentümer des Museumsgebäudes hatte einen Projektantrag über 2,3 Millionen Euro bei der Landesinvestitionsbank gestellt. 230 000 Euro – also zehn Prozent – werden aus der Stadtkasse bezahlt. Die restlichen 90 Prozent kommen nun vom Land.

Bilder

Darüber hinaus wird es noch weitere rund eine Million Euro von Bund und Land geben, die für neue Ausstellungskonzeptionen sowie die Jubiläumsveranstaltungen eingeplant sind. „Diese Anträge sind nur noch Formsache“, sagte Kunze. Es hatten schon zuvor Zusagen über die Summen vorgelegen, die einzig an die Bedingung geknüpft worden waren, dass das andere Geld von der Landesinvestionsbank für den An- und Umbau des Museums genehmigt werde.

Zum einen wird das Museum jetzt barrierefrei umgebaut und auch mit einem Fahrstuhl in den ersten Stock ausgestattet. Kernstück des Projektes ist allerdings ein Anbau, der nach hinten in den Garten des Museums gerichtet ist und sich durch große Fenster und damit viel Licht in den Innenräumen auszeichnet. Das Gebäude ist hauptsächlich im ersten Stock als Bibliothek und Lesesaal vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen der Museumsshop und die Kasse eingerichtet werden.

Außengelände ist ab 1. August zu

„Das Museum wird während der Bauphase nicht durchgehend geschlossen sein“, sagte Geschäftsführerin Stephanie-Gerrit Bruer. „Es wird sogar einige Sonderausstellungen geben.“ Bis März 2017 gebe es noch eine Ausstellung zum Forum Romanum. Danach müsse das Museum aber ganz geschlossen werden. Das Außengelände mit dem Trojanischen Pferd wird bereits ab 1. August dieses Jahres für Besucher nicht mehr zur Verfügung stehen.

Im Übrigen gab es Ende Mai bereits in Florenz eine Auftaktkonferenz zum Winckelmann-Jubiläum, sagte Kunze. Es folgen zahlreiche weitere unter anderem in den USA, Russland, Spanien, England, Türkei und Israel.