Stendal l „Meine Wähler, das sind die Wähler aus Heeren“, sagte Wolfgang Eckhardt. Und die hätten ihm mehrfach gesagt: Sie fänden es – hauptsächlich wegen des Wahlskandals und der Rolle der CDU dabei – besser, wenn er als Parteiloser nicht mehr auf der Liste der Christdemokraten kandidiere und künftig auch nicht mehr in deren Fraktion mitarbeite. Darum hatte der Heerener Ortsbürgermeister, der seit 2010 Mitglied im Stadtrat ist – und schon damals mit seinen Ortsbürgermeister-Kollegen eine eigene Fraktion bilden wollte –, vor einigen Wochen eine Wählergemeinschaft initiiert. Nach drei Vorbereitungstreffen hat diese Gruppe Gleichgesinnter, die unter dem Namen Freie Stadträte/Stendal an den Start geht, ihre Kandidatenliste beschlossen. Acht Männer und eine Frau werben um Wählerstimmen.

Parteipolitisch ungebunden

Der Spitzenkandidat Wolfgang Eckhardt stellte seine Mannschaft am Montag nach der Listenaufstellung als „bunte Mischung, von Alt bis Jung“ vor, die „ein Querschnitt durch die Gesellschaft“ sei, fügte Peter Sobotta hinzu. Besonderen Wert legen die Mitglieder der Wählergemeinschaft darauf, „parteipolitisch ungebunden und daher im Rahmen der geltenden Gesetze frei in ihrer Entscheidung“ zu sein, wie es im Punkt eins der Präambel zur Bildung der Wählergemeinschaft heißt.

Das war zum Beispiel für Zimmerermeister Thomas Stelle ein Motiv, sich nun kommunalpolitisch zu engagieren. „Ich möchte gern aktiv werden, aber nicht mit einer Partei“, sagte er am Montagabend.

"Es geht ums Mitspracherecht"

Eines der Stichworte für die angestrebte Ratsarbeit ist Bürgernähe. „Wir möchten mehr Transparenz erreichen und die Bürger von Anfang an mitnehmen. Denn bisher wurden die Bürger im Vorfeld meist gar nicht erst einbezogen“, sagte Ulf Hamann. Und Alexander Frank Zieglarski fügte hinzu: „Es geht letztendlich ums Mitspracherecht.“ Planungsprozesse, so Ulf Hamann, sollten von Anfang an vom Bürger begleitet werden können. Für Wolfgang Eckhardt ist es in diesem Zusammenhang auch wichtig, dem Bürger die Abläufe in der Stadtratsarbeit besser zu kommunizieren und aufzuklären, wie er sich informieren und einbringen kann.

Umweltschutz, Kultur, Ausbildungsplätze, Wohnraum – bei den Themen stellt sich die Wählergemeinschaft Freie Stadträte/Stendal breit auf. Alexandra Kiefel, einzige Frau im Kandidatenkreis, fasste es so zusammen: „Uns geht es insgesamt um die Attraktivität des Standortes Stendal.“