Stendal l Mehr als 2700 Schulen in Deutschland beteiligen sich an dem Netzwerk, in Sachsen-Anhalt 137. Aus dem Landkreis Stendal haben sich das Diesterweg-Gymnasium Tangermünde-Havelberg und das Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg dem Ziel verschrieben, Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, vor allem Rassismus, zu überwinden. Eine Schule bekommt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, wenn mindestens 70 Prozent aller Menschen an einer Schule diese Selbstverpflichtung unterschrieben haben. Im Altmarkkreis Salzwedel tragen den Titel unter anderem das Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasium, die Sekundarschule Beetzendorf und die Lessing-Ganztagsgemeinschaftsschule Salzwedel.

In vielen Schulen war und ist das TdA mit seinen Klassenzimmerstücken zu Gast. Mit Stücken, die nach Ansicht von Intendant Alexander Netschajew sehr gut zum Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ passen. Dabei denkt er ganz konkret an drei Stücke, die von einem Darsteller direkt im Klassenzimmer aufgeführt werden. „Out! – Gefangen im Netz“ beschäftigt sich mit dem Thema Cybermobbing. In „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ wird der Spieß umgedreht: Es herrscht Krieg in Europa, die demokratischen Staaten sind zusammengebrochen, faschistische Diktaturen regieren – und ein 14-Jähriger flüchtet mit seiner Familie, landet in einem ägyptischen Flüchtlingslager. Ganz neu im Repertoire ist „Deine Helden, meine Träume“, ein Stück über Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus.

In den vergangenen zwei Spielzeiten gab es jeweils rund 150 Vorstellungen – und genau so viele Nachbereitungen. Denn nach der 45-minütigen Aufführung gibt es immer noch eine 45-minütige Gesprächsrunde mit einem Theaterpädagogen. Einige der Klassenzimmerstücke laufen bereits seit Jahren und sind noch immer sehr gefragt.

Ins Gespräch kommen

„Über diese Stücke sind wir mit den Themen ganz nah dran. Die Schüler erleben es noch einmal ganz anders“, gibt Theaterpädagogin Dina Wälter ihre Erfahrungen wieder. TdA-Intendant Alexander Netschajew fügt hinzu: „Wir sind da, wo man was bewegen kann. Wir regen mit den Stücken zum Nachdenken an und zeigen, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist.“ So ein Stück sei ein „supergutes Mittel“, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.

Für Netschajew ist die Partnerschaft mit „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wieder „ein Zeugnis mehr, dass es uns ernst ist mit unserer Ausrichtung“. Zu der gehört seit Jahren das Werben um Respekt im Umgang miteinander, für Vielfalt und dafür, „mehr das Einigende zu sehen als das Ausgrenzende“, so der Intendant. Das TdA werde die Partnerschaft mit dem Netzwerk nun nutzen, um die Klassenzimmerstücke – im Repertoire sind derzeit acht – noch mehr zu bewerben. Das Format werde immer populärer, so Netschajew. Für ihn ist diese Form der kulturellen Bildungsarbeit ein Baustein dafür, den Auftrag als Landesbühne zu erfüllen.