Kräuterführung

Wer mehr über die essbaren Wildkräuter erfahren möchte, kann am 5. Mai in den Garten von Birgit Dähnrich am Uchtedamm kommen. Von 10 bis 12 Uhr wird sie eine Vielzahl von Wildkräutern vorstellen, im Anschluss wird gemeinsam eine Kräuterbutter hergestellt. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Anmeldungen sind im Naturkostladen Gerberhof unter Telefon 03931/68 94 41 oder per E-Mail an info@vollwertiges-erlebniskochen.de möglich.

Die nächste Veranstaltung im Rosencafé ist am 26. Mai von 11 bis 14 Uhr. Dann gibt es ein Rosenmenü. Die Karten kosten 20 Euro pro Person (Vortrag und Buffet).

Als Wildkräuterführer zum Sammeln empfiehlt Birgit Dähnrich: Margot Spohn, „Was blüht denn da?“, Kosmos Verlag, 14,99 Euro.

Stendal l Wenn Ulf Dähnrich den Rasen mähen will, steht seine Frau Birgit hinter ihm und sagt genau an, welches Kraut er verschonen muss. „Gebt dem Gundermann eine Chance“, ist das Credo der ausgebildeten Kräuterführerin, die am Sonnabend im Rosencafé des Stendaler Gerberhofes vor rund 40 Frauen über die gesundheitliche Wirkung und den kulinarischen Einsatz von heimischen Wildkräutern informierte.

„Die Inhaltsstoffe sind um ein vieles reichhaltiger als in jedem Salat, selbst wenn er bio ist“, sagte sie. Denn Wildkräuter suchten sich selbst den Standort aus, an dem sie von Natur aus die richtigen Nährstoffe für ihr Wachstum finden würden.

Jetzt im Frühling sind die jungen Triebe besonders zart und lassen sich wunderbar für Salate, Suppen, Kräuterbutter und vieles mehr verwenden. Doch: „Ernten Sie nur, was Sie auch kennen“, rät Birgit Dähnrich. Denn es gibt auch giftige Wildkräuter in der Altmark. Zum Beispiel sollten die Blätter des gelbblütigen Schabockskrautes nicht mehr gegessen werden, sobald es blüht. Auch um das Schöllkraut sollten Sammler einen Bogen machen, denn der gelbe Saft ist giftig.

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Gänseblümchen gegen Müdigkeit

Eine Vielzahl dessen, was essbar und gesund ist und in Dähnrichs Garten wächst, kam am Sonnabend auf den Tisch: Gänseblümchen, Löwenzahn, Engelwurz, Frauenmantel, rote Taubnessel, Pimpinelle, Giersch, Spitzwegerich, Schafgarbe, Gundermann und vieles mehr.

In der Kräuterbutter, die alle Gäste verkosten durften, steckten unter anderem junge Brennesseln. „Diese stecken voller Vitamine, Kalium, Calzium, Eisen und stärken Leber und Galle“, berichtete sie über einige der vielen Vorzüge. Bärlauch hatte sie in einer Quiche verbacken, in den selbst gebackenen Brötchen steckte unter anderem Schafgarbe.

Blätter sind essbar

Auch um die Gänseblümchen im Rasen muss Ulf Dähnrich einen Bogen fahren. Die Blätter und Blüten sind nämlich essbar, schmecken leicht nussig und kurbeln den Stoffwechsel an. Gerade bei Frühjahrsmüdigkeit empfiehlt Dähnrich sie daher. „Man kann sie einfach auf ein Butterbrot legen, das sieht wunderbar aus und schmeckt auch meinen Enkeln“, empfiehlt sie. Auch für eine gesunde Mahlzeit in der Kita. Wenn ihre Enkelkinder zu Besuch sind, dürfen diese mit in den Garten und beim Kräuterpflücken helfen. Und gepflückt wird wirklich nur im Garten, wo Birgit Dähnrich sicher sein kann, dass kein Stendaler Hund daraufgepinkelt hat.

Trotzdem bedauert sie, dass Wildkräuter zunehmend aus der Stadt verdrängt werden, indem selbst Grünstreifen regelmäßig gemäht werden. „Das fehlt dann den Insekten als Nahrungsquelle“, bedauert sie. In ihrer Kindheit sei das anders gewesen.

Wenn sie als Kind mit der Familie an die Ostsee fuhr, habe ihr Vater noch regelmäßig anhalten und die Windschutzscheibe von Insekten säubern müssen. „Das ist heute nicht mehr nötig“, berichtet sie über das Insektensterben.