Die Geschichte des Museums

1955 wurde das Memorial-Museum im Geburtshaus Johann Joachim Winckelmanns eröffnet.

In den Jahren danach wurde es kontinuierlich erweitert, auch um Räume des Nachbarhauses.

Mit der Wende wurde es dem Museum möglich, sich neu aufzustellen. In den 90er Jahren entstand eine umfangreiche Forschungsbibliothek.

Mehr als 100 Ausstellungen wurden seit der Wende im Winckelmann-Museum gezeigt.

Im Jahr 2000 übernahm die Winckelmann-Gesellschaft die Trägerschaft über das Museum.

Das größte Trojanische Pferd, das ein Museum präsentieren kann, wurde im Jahr 2003 auf dem Museumsgelände in Stendal errichtet.

Das Kindermuseum entstand durch eine Erweiterung im Jahr 2006.

Am Sonntag, 9. Dezember 2018, wurde das um- und ausgebaute Winckelmann-Museum für jedermann eröffnet.

Stendal l Die hochkarätige Gästeschaft zum Festakt in der Aula des Winckelmann-Gymnasiums zu begrüßen, war dem Bauherren des vom Land, vom Bund, der Stadt Stendal sowie der Winckelmann-Gesellschaft gemeinsam gestemmten Großprojektes vorbehalten. Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) war sichtlich beeindruckt vom internationalen Interesse und damit auch von dem Potenzial an Strahlkraft, das dem neuen Winckelmann-Museum innewohnt. Neben Politikern von Land, Kreis und Kommune waren Winckelmann-Experten aus 16 Ländern nach Stendal gekommen, um diesen Moment mitzuerleben. Auch wenn der Um- und Ausbau des Museums etwas länger gedauert habe (bis hierher zwei Jahre und fünf Monate, d. Red.) und ein bisschen teurer geworden sei (3,3 Millionen Euro werden es am Ende sein, d. Red.), so wäre es doch ein gutes Werk geworden, dass man nun, am Abend des 7. Dezember 2018, „weitestgehend fertiggestellt“ den Gästen vorstelle, sagte Schmotz.

Kosten rund 3,3 Millionen Euro

Eine Tatsache, die dem Oberbürgermeister einen symbolischen Strauß des Dankes an alle daran Beteiligten wert war. Den spontan einsetzenden Beifall im Saal kommentierte Schmotz mit den Worten: „Er ist verdient“. Für Stendal sei das Museum nun – mehr als je zuvor – ein Aushängeschild der Wissenschaft und Bildung, aber auch des Tourismus. „Beides können wir gut gebrauchen.“ Er freue sich auf ein Museum, in dem Winckelmann greifbar und im wahrsten Sinn des Wortes be-greifbar werde.

Dem hatte Professor Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, (vorerst) nicht viel hinzuzufügen. Er beschränkte sich in seinen ersten, kurzen Worten darauf, die internationalen Gäste aus Politik und Wissenschaft zu begrüßen, die unter anderem aus Dänemark, der Türkei, Russland, Italien, Liechtenstein, der Schweiz und Israel angereist waren, und überließ das Mikrophon dann dem Festredner des Abends, Rainer Robra (CDU), Chef der sachsen-anhaltischen Staatskanzlei und Minister für Kultur.

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Dessen erste Bemerkung war eher eine Randnotiz – eine sympathische, weil sehr persönliche. Robras Großvater hatte vor 80 Jahren im Stendaler Winckelmann-Gymnasium sein Abitur abgelegt. Nun freue es ihn als Enkelsohn, in der Aula eben diesen Gymnasiums erstmals eine Rede halten zu können. In der knüpfte der Staatsminister an Klaus Schmotz‘ Gedanken vom „guten Werk“ an, sprach von einem guten Tag für Stendal und davon, dass es ebenso gut sei, dass dieser Tag „noch im Jubiläumsjahr Winckelmanns“ stattfinde.

Das Stendaler Winckelmann-Museum sei eine Bereicherung der Museumslandschaft in Deutschland und natürlich auch in Sachsen-Anhalt. Es verleihe der Stadt Stendal ein besonderes Profil, sei in seiner neuen, umgestalteten Form beispielhaft für andere Museen. Robra nannte als Beleg dafür das ins Winckelmann-Museum integrierte Familienmuseum als Ort spielerischen Lernens für Kinder und die für jedermann zugängliche Forschungsbibliothek mit ihrem Lesesaal.

„Daraus lässt sich auch touristisch etwas machen“, bestärkte er die Stadt wie auch die Winckelmann-Gesellschaft, die sich beide genau das für die Zukunft auf die Fahnen geschrieben haben.

Die abschließenden Worte der Festveranstaltung waren – nach zwei Fachvorträgen – dem Präsidenten der Winckelmann-Gesellschaft vorbehalten.

Komm und sieh!

Max Kunze nutzte sie für einen kurzen Blick auf die Geschichte des Museums für Winckelmann, der nach seinem Tode 1768 für eine gewisse Zeit in Vergessenheit geraten war und erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Errichtung einer Statue in seiner Geburtsstadt auf dem ihm gebührenden Sockel gehoben wurde. Das Museum selbst gibt es mit seinen bescheidenen Anfängen seit 1955.

„Komm und sieh“, habe Winckelmann einmal aus Rom geschrieben. Und das sei auch das Motto des neugestalteten, nun aus vier zu einer Einheit gewordenen Gebäudekomplexen bestehenden Winckelmann-Museums: „Komm und sieh“.

Die Gäste des Festaktes ließen sich mit diesen Worten Winckelmanns gern in sein Museum einladen und wurden am späten Freitagabend zu den ersten Gästen im neuen Stendaler Winckelmann-Museum.

Am Sonntag bekamen die Stendaler die Gelegenheit, ihr Winckelmann-Museum wieder in Besitz zu nehmen. Ab 10 Uhr wurden sie von den Museumsmitarbeitern erwartet. Eine Viertelstunde später waren Ulrich Wartenberg, Ehefrau Irene und deren 91-jähriger Vater Roland Nietzold die ersten Gäste. Ihr erster Eindruck war ein mehr als positiver. Bis zum Nachmittag folgten rund 40 Stendaler ihrem Beispiel. Allen anderen sei mit Winckelmanns Worten empfohlen: „Komm und sieh“.