Rostock l Und wieder hatte der Altmärkische Hansebund die Nase vorn: Denn weil nicht eine der acht Mitgliedsstädte allein einen Künstler angemeldet hatte, sondern mit der Hansesäule eine Gemeinschaftsarbeit des Altmärkischen Hansebundes ausgestellt wird, hat es der Altmark-Beitrag ganz an die Spitze der alphabetischen Kunstwerke-Vorstellung im Ausstellungskatalog geschafft – vor Anklam und Attendorn. Die Mahagoni-Säule mit den Wappen und Namen der acht Mitgliedsstädte, hergestellt von verschiedenen altmärkischen Firmen, trägt einen Hanse-Splitter aus Stahl, etwa 30 Kilogramm schwer.

Ausstellung im Rathaus

Gestaltet hat ihn Michael Hitschold, Künstler aus dem Wallstawer Ortsteil Nipkendey. Dort hat sich der gebürtige Chemnitzer 2001 niedergelassen. Nach einer künstlerischen Pause entstehen seit Spätsommer 2015 wieder Skulpturen in seinem Schmiede-Atelier – darunter auch die Hansesplitter.

Denn davon gibt es bereits mehrere. Einer von ihnen war während des Hansetages am Wochenende in Rostock im Pavillon des Altmärkischen Hansebundes ausgestellt. Geht es nach Michael Hitschold, kommen noch viele Hansesplitter hinzu, am liebsten mindestens einer in jeder Hansestadt, als Erkennungszeichen und Nachweis der Mitgliedschaft.

Denn das ist die vor etwa vier Jahren gereifte Idee des Künstlers: Hansesplitter als Zeichen der Verbundenheit. Die Splitter stehen dabei als Teile eines Ganzen, als Teile einer geplatzten Kugel oder eines zerbrochenen Ringes, die sich beim Zerfall der mittelalterlichen Hanse verteilt haben. Sie symbolisieren aber auch, dass die Hanse in neuer Form fortbesteht. Diese Idee hat Michael Hitschold während der Tage in Rostock in vielen Gesprächen mit Vertretern anderer Hansestädte vorgestellt.

Bilder

Bisher sind die Splitter aus Stahl gefertigt, gern würde der Künstler anderes ausprobieren, zum Beispiel Bronze. Und noch etwas plant er: „Ich möchte von jedem Hansesplitter eine Kopie anfertigen, damit dann einmal an einem Punkt alle Splitter gezeigt werden können“, sagte er während der Ausstellungseröffnung. Die fand im Rahmen des 38. Internationalen Hansetages in Rostock statt.

65 Kunstwerke

Gezeigt wird die Schau mit 65 Kunstwerken bis zum 8. Juli 2018 in der Hochschule für Musik und Theater. Danach soll sie einen dauerhaften Platz im geplanten Anbau des Rathauses bekommen und als Wanderausstellung in anderen Hansestädten gezeigt werden. Rostock hatte die Kunstaktion „Inspirationen durch Vielfalt“ anlässlich des Hansetages und des 800. Stadtgeburtstages finanziell unterstützt. Das Angebot dieser Unterstützung gelte weiter, „bis alle anderen Hansestädte vertreten sind“, kündigte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling an. Aber was gezeigt wird, „ist nicht mit Geld zu bezahlen“, so Methling, das sei „hansische Kreativität mit Herz“.

Die Hanseausstellung „ist in dieser Form einmalig und etwas Besonderes“, lobte Jan Lindenau, Bürgermeister von Lübeck und Vormann der Hanse. In der Umsetzung der Idee, die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfungen der Hansestädte damals und heute widerzuspiegeln, seien sehr viele Gemeinsamkeiten erlebbar, so Lindenau. „Man sieht die lange Tradition, die die Hansestädte verbindet.“

Michael Hitschold möchte diese Tradition gern mit weiteren Hansesplittern ausdrücken – ob in der Mitte eines Verkehrskreisels oder auf einem öffentlichen Platz oder klein als Souvenir.