Stendal (ru/dly) l Der ehemalige Landrat Carsten Wulfänger (CDU) ist überraschend gestorben. Wie die Polizei in Stendal auf Volksstimme-Nachfrage bestätigte, ist der 57-Jährige am Donnerstag (3. Dezember) gegen Mittag tot in seiner Wohnung in Sandau aufgefunden worden. Er soll laut Polizei eines natürlichen Todes gestorben sein.

Weil Carsten Wulfänger am Donnerstag nicht wie üblich zur Arbeit in Potsdam erschienen und auch telefonisch nicht erreichbar war, hätten seine Kollegen Polizei und Feuerwehr um Unterstützung gebeten. Aus diesem Grund wurde gegen Mittag die Tür zu seiner Wohnung gewaltsam geöffnet.

Landrat bis 2020

Von März 2013 bis Mitte März 2020 war Carsten Wulfänger Stendaler Landrat. Er hatte für eine zweite siebenjährige Amtszeit kandidiert, unterlag in der Stichwahl aber seinem SPD-Herausforderer Patrick Puhlmann. Anfang Juli hatte er dann eine neue berufliche Aufgabe als Referatsleiter im brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung gefunden. Wulfänger leitete in der Abteilung für Stadtentwicklung und Wohnen das Referat für Grundsatzfragen, Recht und Wohngeld.

Seit der Wende war Wulfänger, der in den 1980er Jahren Informationstechnik in Ilmenau studiert und als Diplom-Ingenieur abgeschlossen hatte, in verschiedenen Verwaltungen tätig. 1990 wurde er Bürgermeister seines Heimatortes Sandau, kurz danach Leiter der neu gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Elb-Havel-Land.

Auf Vorschlag des damaligen Landrates Jörg Hellmuth (CDU) wählte der Kreistag ihn im Jahr 2008 zum 2. Beigeordneten des Landkreises Stendal. Im Dezember 2012 wurde er zum Landrat gewählt. Schon im Folgejahr 2013 stand er vor einer der größten Herausforderungen seiner Amtszeit: das Elbehochwasser. Im Jahr 2004 war Carsten Wulfänger der CDU beigetreten, von 1994 bis 2008 war er Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion.