Tangermünde l Niemals hätten Diana und Andreas Kunz damit gerechnet, dass der Weg bis zu einem industriell zu fertigenden Müsliriegel so weit, so steinig, so mühsam sein würde. Doch sie sind ihn gegangen, haben zwischendrin immer mal wieder innegehalten. Sie haben ihre Fühler in verschiedene Richtungen ausgestreckt und heute, bald sechs Jahre nach den ersten Gedanken an ein solches Produkt, liegt er vor ihnen – der Deutschlandriegel.

„Wir stellen ihn nicht in unserer Küche her. Wir haben auch keine Produktionslinie hier bei uns in der Halle“, versichern die beiden Tangermünder, die beruflich eine Werbeagentur betreiben. Sicher fanden die ersten „Gehversuche“ für den und mit dem Riegel im Privaten statt. Es wurde probiert, gekostet, neu kreiert, erneut gekostet und verfeinert. Tochter Amy, die der Grund für die Suche nach einem zuckerfreien, gesunden „Zwischendurch“ war und ist, nahm erste Test-Riegel mit zur Schule. Auch Freunde und Bekannte durften probieren und ihre Meinung kundtun.

Dem Motto treu geblieben

Sogar die Fachhochschule Stendal-Magdeburg wurde mit ins Boot geholt. Marktforschung, Preisanalyse und vieles mehr wollten Diana und Andreas Kunz mit in ihr Vorhaben einfließen lassen. Wichtig war und ist den beiden, dass das, was den Riegel ausmacht, noch erkennbar ist. „Es soll keine homogene Masse werden, bei der niemand mehr sieht, was eigentlich der Inhalt unseres Riegels ist“, hatte Diana Kunz bereits im Laufe der Entwicklung betont.

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Und diesem Motto sind sich die beiden auch treu geblieben. In dem Deutschlandriegel, der von einem mittelständischen Unternehmen in Deutschland erstmals in 10 000-facher „Auflage“ hergestellt wurde und künftig auf Nachfrage produziert werden wird, sind geröstete Haselnüsse, geröstete Erdnüsse, getrocknete Trauben, Soja Crispies, Leinsaat, Cornflakes, Haferflocken, Sonnenblumenkerne und Ahornsirup. „Auch haben wir uns von unserer halbbitteren Schokoladenhülle getrennt“, sagt Diana Kunz. Der Grund: Sie haben eine anonyme Verkostung gestartet. Niemand wusste, dass er den Deutschlandriegel probiert. Und die große Mehrheit plädierte für Vollmilchschokolade. Also gibt es den Deutschlandriegel jetzt mit Vollmilch. Allerdings nicht im „Mantel“. Der Riegel hat einen Schoko-Fuß. Wo bei anderen Riegelsorten oftmals auch eine Oblate klebt, hat dieses Produkt jetzt Vollmilchschokolade. „Wir haben uns einfach der Mehrheit beugen müssen“, gesteht die Tangermünder Unternehmerin. Schließlich ist sie ja nicht die Hauptabnehmerin dieses Riegels. Er soll viele Liebhaber finden. Und wenn diese nun einmal Vollmilch mögen, ist das so.

„Wir stehen selbstverständlich trotzdem hinter unserem Produkt“, versichern beide. Sie sind froh, jetzt mit der aktuellen Version eine Variante gefunden zu haben, die auch ankommt.

Veganer Riegel

Allerdings hat der heutige Deutschlandriegel nicht mehr den Fruchtanteil, den er noch zu Beginn der Entwicklung hatte. Die Traube ist das einzige fruchtige Element.

Deshalb haben die beiden „blackbar“ kreiert. Dieser Riegel ist das fruchtige Pendant zum Deutschlandriegel. Trauben, Äpfel und Brombeeren sind darin verarbeitet, werden von Haselnüssen, Mandeln, Kakao und Haferflocken begleitet und von Datteln als der süßende Bestandteil zusammengehalten. Dieser Riegel sei vegan, versichert das Paar. Weder Zucker noch Palmfett würden bei der Herstellung angewendet werden.

Nun sind sie da: Deutschlandriegel und der fruchtige Bruder „blackbar“. Beide werden online über „Land-Snack“ – ein dafür gegründetes Unternehmen – vertrieben. Und es gibt sie auch direkt vor Ort, in der Partner-Bäckerei in der Arneburger Straße. „Online nehmen wir sehr gern Produkte aus der Region mit auf“, berichten Diana und Andreas Kunz. So gebe es bereits Gespräche dazu, die Marmeladen aus Heeren mit auf die Onlineplattform zu stellen.