Stendal/Arendsee l 300 Stühle, ein Bett und zwei gedeckte Tische stehen am Freitagmorgen (24. April) einsam auf dem Stendaler Markplatz. Sie stehen symbolhaft für alle Gastronomiebetriebe im Landkreis, die aufgrund der Corona-bedingten Schließung um ihr Fortbestehen in der Zukunft bangen. Für eine halbe Stunde machte die Dehoga, sie hatte zu der bundesweiten Aktion aufgerufen, so auf die präkäre Situation der Gastronomen aufmerksam. Auch in Arendsee gab es eine ähnliche Aktion.

In Stendal waren Vertreter von 25 Betrieben anwesend. An der anschließenden Demonstration nahmen - wie genehmigt - nur 20 Personen teil. Dehoga-Kreischef Manfred Hippeli forderte vor Ort eine Senkung der Mehrwertsteuer und eine baldige Öffnung der Lokale, um die Probleme nicht noch weiter zu verschärfen. Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz, der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Faber und AfD-Kreistagsmitglied Arno Bausemer reihten sich ein und unterstützten die Gastronomen.

Einige Passanten blieben am Rande der Protestaktion kurz stehen, um das Geschehen zu verfolgen. Größere Menschenansammlungen blieben aber aus.

Bilder

Protest im Arendseer Strandbad

Wenn der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ernsthaft frage, ob jemand ihm sagen könne, wie das Abstandhalten in Gaststätten und Hotels gehen solle, sage er: „Wenn jemand weiß, wie Abstand geht: wir können das“, erklärte Hotelier Burghard Bannier vom „Deutschen Haus“ im Arendseer Strandbad. Er hatte die dortige Mahnwache organisiert, zur der zahlreiche Betriebsinhaber aus dem Altmarkkreis Salzwedel gekommen waren.

Mit dabei war am Rande auch die Polizei und das Ordnungsamt, die die Einhaltung der Corona-Regeln und der Versammlungsgebote kontrollierten.