Stendal l Eine einfache Anleitung zum Selbermachen eines „Behelfs-Mund-Nasen-Schutzes“ der Stadt Essen war Auslöser für den Bindfelder Verwaltungsmitarbeiter, Sportler und Feuerwehrmann, seinen Aufruf zugunsten von Feuerwehrleuten in der gesamten östlichen Altmark im Internet zu starten. Zu dem Zeitpunkt habe er noch nie wirklich etwas von nähfesten Gummis oder dem Selbermachen von Schrägband gehört, erzählt er. „Aber ich lerne durch die vielen Anfragen jeden Tag dazu“, sagt er lachend.

„Liebe Stendaler, Tangermünde, Tangerhütter, Osterburger, Bismarker und Dörfler, unsere Freiwillige Feuerwehr macht sich derzeit bereit für das Ungewisse", so beginnt er seinen Aufruf. Es habe anfangs sogar Anfeindungen gegeben, von Menschen, die meinten, er mache sich nur wichtig oder wolle gar Profit aus der Aktion ziehen. Das habe ihn schwer getroffen, sagt er. Und doch: Was an positiven Reaktionen bei ihm einging, das hat ihn dann noch mehr beflügelt.

Viele Anfragen

Der junge Vater, der ein Baby und ein schulpflichtiges Kind zu betreuen hat und der ganz nebenbei für den nächsten Triathlon „Ironman" trainiert, spricht nicht von zusätzlicher Belastung durch die Aktion. „Im Gegenteil: Ich fühle mich ganz wohl, denn ich kann etwas Nützliches machen." Denn dass es nicht nur bei den Feuerwehren der Region den Wunsch nach irgendeiner Art von Mundschutz gibt, hat er schnell mitbekommen. „Ich habe viele Anfragen erhalten – von Pflegeeinrichtungen, Praxen und Kliniken – die auch nichts haben. Der beste Beleg, dass der Bedarf da ist, ist doch die große Nachfrage."

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Gravert hat inzwischen kurzfristig eine eigene Internetseite für die konzertierte Hilfsaktion gestaltet. Dort ist eine Anleitung zum Mundschutznähen zu finden, es können sich sowohl Spender von Materialien als auch Einrichtungen mit Bedarf an Mundschutz melden und miteinander in Kontakt treten.

Manche reden's schlecht

Dass weltweit ein Mangel an Schutzmasken und Mundschutzen besteht, sei klar – auch dass Krankenhäuser und Ärzte bevorzugt beliefert werden müssten. Aber dass manch einer die selbstgemachten Mundschutze schlechtrede, versteht er nicht, denn auch die Kameraden möchten sich schützen. „Ich gehe lieber mit einer selbstgenähten Maske in den Einsatz als ohne oder – noch viel schlimmer – gar nicht", sagt er.

Schnell hatten sich die ersten Nähfreunde gefunden, die mit der Arbeit begannen, weitere boten Hilfe an, aber es fehlte noch an dem ein oder anderen. Manches ist bestellt, aber auch wer privat Material herumliegen hat, das er spenden kann, ist willkommen. Benötigt werden für die Aktion vor allem haltbare Gummis (sogenannter Wäschegummi), Basteldraht oder ähnliches sowie Schrägband zum Einfassen der Ränder und zum Zubinden. „Manche Damen haben mir schon erklärt, dass man Schrägband auch selbst machen kann, das habe ich vorher noch nie gehört, ich lerne also richtig was dazu", sagt Gravert.

Kochfeste Baumwolle nötig

Feste Stoffe, das können auch alte Laken oder ähnliches sein, finde man noch am ehesten. Wem Stoff oder anderes fehle,  der aber mitnähen möchte, für den sollen auch kurzfristig Lösungen gesucht werden. „Was wir vorrangig und ganz dringend  brauchen, sind Leute, die die Masken nähen können!" Und diese sollten unbedingt aus kochfester Baumwolle bestehen, erklärt Robert Gravert.

Wer mithelfen, Material spenden oder andere Ideen zur Unterstützung beitragen will, der kann sich unter der E-Mail-Adresse info@altmark-masken.de melden oder über die Facebookseite „Altmark-Masken". Die neue Internetseite für das Mundschutz-Näher-Netzwerk heißt www.altmark-masken.de