Stendal l 47 Jahre ist es nun schon her, dass sich Mitglieder der Stendaler Feuerwehr trafen, um aus ihrem gemeinsamen Interesse das Sammeln alter Stücke aus der Geschichte der Feuerwehr zu ihrem großen Hobby zu machen. Der Stein des Anstoßes war das Festjubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Stendal im Jahr darauf. 1972 wurde eine Ausstellung über die Entstehung und Entwicklung der Stadtfeuerwehr für Besucher der Festwoche zusammengestellt. Und zum Abschluss fand eine historische Feuerlöschübung in traditioneller Feuerwehrausrüstung und mit alter Technik auf dem Markt in Stendal statt. Und das war erste der Beginn der Aktivitäten.

Die Stendaler Feuerwehr-Traditionsgruppe wollte ein Feuerwehrkabinett in einer ehemaligen Viehauktionshalle am Ostbahnhof einrichten. Die Anfänge der Sammlung sind verbunden mit Namen wie Jürgen Schmidt, Heinz Immenroth und Günther Hörnke, die hier einst den Grundstein legten. Schenkungen großer und kleiner Gegenstände der Feuerwehren oder private Sammlungen oder Sammelstücke waren die Ausgangsbasis für ein Feuerwehr Traditionskabinett.

Feuerwehrhistoriker ebneten den Weg

Nach der Wende wurde die AG Feuerwehrhistorik Stendal ins Vereinsregister eingetragen. Drei Jahre später, am 8. Mai 1993, wurde aus dem Feuerwehrkabinett am Ostbahnhof das Landesfeuerwehrmuseum Sachsen-Anhalt, das mit einer symbolischen Schlüsselübergabe offiziell eröffnet wurde. Zuvor hatten Feuerwehrhistoriker aus Sachsen-Anhalt getagt. Unter der Leitung des Geschäftsführers des Landesfeuerwehrverbandes, Klaus Gutsche, entschloss sich die Versammlung, an der auch Oberbürgermeister Volker Stephan und der Vertreter aus dem Innenministerium, Michael Schneider, der dann Museumsleiter wurde, dass in Stendal das zukünftige Zentrum für Feuerwehrgeschichte aufgebaut werden sollte.

Das 25-jährige Bestehen des Landesfeuerwehrmuseums wird am morgigen Sonnabend, 12. Mai, gefeiert. Das zweite historische Feuerwehr-Handdruckspritzentreffen nach 2008 steht dabei im Mittelpunkt. Mit diesem überregionalen Wettbewerb wird auch an die Erfindung dieses mechanisierten Löschvorganges vor genau 500 Jahren im Jahr 1518 durch die Firma Plattner erinnert. Einst waren diese einfachen Löschgerätekästen die noch mit Löscheimer gefüllt werden mussten einfache Hilfsmittel am Brandplatz, doch erst durch die Erfindung von Feuenlöschschläuchen durch Jan van der Heyden 1673 gab es ein bindendes Glied für die Wasserversorgung auch über längere Wegestrecken oder zum Ansaugen von Wasser aus dem Dorfteich.

Und da sind noch die traditionellen Wettbewerbe, echte Hingucker und Erlebnis. Hier Wettstreiten Traditionsgruppen und Liebhaber von alten Handdruckspritzen. Immerhin steht in Stendal die älteste und erhaltene Bauart aus dem Jahre 1937, einst war sie bei der Brandbekämpfung in Ost-West Heeren in Betrieb .

Michael Schneider hat auch schon die Pokale abgeholt, die in drei Kategorien vergeben werden: Wettbewerb, Historische Originalität und Rekonstruktion. Sie kommen vom Traditionsunternehmen Roever, das auch schon eine sehr lange Verbindung mit der Feuerwehr hat. „Vor 120 Jahren schuf Ernst Roever eine Ehrennadel für die Wehr“, erklärte Schneider, der allerdings in der Uniform des Feuerlöschdirektors Karl Krameyer in das Geschäft gekommen war. Der war von 1895 bis 1923 oberster Brandschützer in der Provinz Sachsen. Nicht unwahrscheinlich, dass er auch am Sonnabend gegen 15 Uhr die Festansprache halten wird.

Angebote für Kinder und Jugendliche

Eröffnet wird das Fest unter dem Motto „Vom Löscheimer zu Handdruckspritzen und der Motorisierung in den Feuerwehren“ um 9.30 Uhr. Das Kinder- und Jugendprogramm beginnt um 10 Uhr. Dabei gibt es unter anderem eine Spiel- und Bastelstraße der Stendaler Jugendfeuerwehr und die AG Brandschutzerziehung des Landkreises präsentiert sich. Der erste Lauf des Handdruckspritzenwettbewerbes wird um 10.15 Uhr gestartet. Für die Mittagspause, die von den Bismarker Blasmusikanten begleitet wird, gibt es zahlreiche gastronomische Angebote aus der Feldküche, aber auch Süßes. Der zweite Lauf beginnt um 13 Uhr. Nach der Ansprache von Schneider/Krameyer werden zum Abschluss die Sieger ausgezeichnet.