Stendal l In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen heute schon bis zu 46.000 Teile Plastikmüll. Jedes Jahr kommen sieben Millionen Tonnen dazu. Diese erschreckenden Zahlen hat die Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund veröffentlicht. Mikroplastikpartikel gelangen problemlos in die Körper von Meerestieren und können durch deren Verzehr auch in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Welche Auswirkungen das haben kann, ist noch nicht erforscht. Die Europäische Union plant ab 2021 ein Gesetz zur Vermeidung von Plastikartikeln, zu denen es Alternativen gibt.

Mit einem Vorstoß in der Dezembersitzung des Stadtrates ist die Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile dem zuvorgekommen. „Es sind kleine Schritte, die wir unternehmen müssen, um die Erde zu retten“, sagte Fraktionsmitglied Reiner Instenberg. „Als Stadt sollten wir Vorbild bei der Vermeidung von Einmalprodukten aus Plastik und Kunststoffen sein. Die Verschmutzung insbesondere der Meere durch Plastikmüll muss auch durch eigenes Handeln gestoppt werden“, heißt es in dem Antrag.

Wettbewerb an Kitas und Schulen

Konkret beantragte die Fraktion, dass in der Stadtverwaltung und sämtlichen städtischen Einrichtungen wie Museen, Kitas, Schulen, Altoa, Stendaler Wohnungsbaugesellschaft,, Tierpark und Feuerwehr, aber auch beim Neujahrsempfang und ähnlichen Anlässen ab September kommenden Jahres kein Einweggeschirr benutzt wird und möglichst kein Plastikmüll mehr anfällt.

Mit allen Beteiligten etwa von Wochenmärkten, Stadtfesten, Weihnachtsmärkten, Sportveranstaltungen und der Eisbahn sollte darauf hingearbeitet und vorbereitet werden, dass spätestens ab Januar 2020 keine Einmalprodukte aus Plastik mehr verwendet werden.

Krisensituationen bleiben außen vor

Die Hansestadt soll insbesondere Kitas und Schulen bei der Vermeidung von Plastikmüll unterstützen. Dazu soll es einen Ideenwettbewerb zur Vermeidung von Plastikmüll geben. Die drei besten Ideen werden mit einer finanziellen Förderung unterstützt Die Verwaltung soll diesen Ideenwettbewerb erarbeiten erarbeiten und im Ausschuss für Kultur, Schule und Sport vorstellen.

Die Initiative stieß auf breite Zustimmung bei den anderen Fraktionen, CDU/Landgemeinden und Die Linke/Bündnis 90-Die Grünen. Allerdings wurde noch an Kleinigkeiten gefeilt. So machte Marcus Schober (CDU) darauf aufmerksam, dass doch in einem Katastrophenfall die Versorgung der Bevölkerung Vorrang haben müsse. Joachim Röxe (Die Linke) plädierte für eine Präzisierung des Textes.

Zwei Änderungen wurden in den Antrag eingearbeitet. So wurde die Feuerwehr aus der Aufzählung der städtischen Institutionen gestrichen, Einweggeschirr als Plastik-Einweggeschirr bezeichnet, außerdem der Zusatz, dass „die Versorgung der Bevölkerung in Not- und Krisensituationen von dieser Regelung ausgenommen bleibt“. Dem schloss sich der Stadtrat einstimmig an.