Erste Kunstausstellung

Premiere für „Mariaundderpinsel“

Maria Hermann malt, solange sie denken kann. Doch ausgestellt hat sie ihre Werke in Tangermünde bisher nie. Ihr Lebenslauf ist nun um einen Punkt reicher: „Erste Ausstellung in Tangermünde “, heißt er.

Von Anke Hoffmeister
Susann Schmundt (links) und Hobbymalerin Maria Hermann vor dem Schaufenster der Rathausbuchhandlung in Tangermünde, in dem  die Bilder zu sehen sind.
Susann Schmundt (links) und Hobbymalerin Maria Hermann vor dem Schaufenster der Rathausbuchhandlung in Tangermünde, in dem die Bilder zu sehen sind. Foto: Anke Hoffmeister

Tangermünde - Es war der „innere Kritiker, die Angst vor Ablehnung, Kritik und Zurückweisung“, die Maria Hermann in der Vergangenheit stets davon abgehalten hatte, ihre Kunstwerke einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. „Ich bin ein eher schüchterner Mensch“, sagt sie von sich selbst. Und doch hat sie jetzt diesen Schritt gewagt.

Seit Montag kann jeder, der in Tangermünde durch die Innenstadt schlendert, sehen, was die junge Frau kann. Susann Schmundt, Inhaberin der Rathausbuchhandlung, hatte via Instagram entdeckt, dass Maria Hermann malt, und auch gesehen, was sie malt. Da kam ihr die Idee, ein Schaufenster mit diesen Arbeiten zu gestalten. „Die passenden Bücher dazu habe ich ausgewählt und dazugestellt“, berichtete sie jetzt vom Zustandekommen dieses Miteinanders.

Bilder zeigen die innere Welt

Entstanden ist auf diese Weise ein „Frauen-Schaufenster“. Maria Hermann selbst bezeichnet ihre Kunst als femininen Surrealismus. „Diese Bilder zeigen meine innere Welt. Ich möchte Frauen damit erreichen“, erklärt sie. „Das Malen erfüllt mich“, sagt die gelernte Versicherungskauffrau, die auch in diesem Beruf gleich neben der Buchhandlung arbeitet.

Mit ihren „wundervollen 37 Jahren“, wie sie selbst sagt, nutzt sie gern die Abendstunden, um an ihrem Schreibtisch ihren Gedanken in Farbe Ausdruck zu verleihen. So entstehen ihre Aquarelle. „Ich liebe diese weichen Farben, das Fließverhalten, das Ineinanderfließen der Farben“, erklärt sie.

Da Maria Hermann seit ihrer Kindheit malt, hat sie viel ausprobieren können. Kurse hat sie nie besucht. „Ich habe selbst vieles ausprobiert, bin selbst mein größter Kritiker, bin gescheitert und habe es noch einmal versucht“, beschreibt sie ihren Weg. Obwohl ihr Umfeld mit Begeisterung auf ihre Werke reagierte und noch immer reagiert, war es für sie persönlich bisher unmöglich, den Schritt an die Öffentlichkeit zu gehen. „Man muss im Inneren dazu bereit sein, sich trauen, nach draußen zu gehen“, sagt sie. Und das sei jetzt der Fall gewesen.

Seit 2018 in sozialen Medien präsent

Sie selbst hatte dazu auch ihren Beitrag geleistet. Seit Mai 2018 dürfen ihr Menschen auf Instagram folgen, zuschauen, an welchen Werken sie gerade arbeitet. Unter „mariaundderpinsel“ nimmt sie ihre Abonnenten mit in ihre Welt.

Jetzt ist aus der Maria auf Instagram eine Maria geworden, die für Besucher der Innenstadt und die Leser dieses Beitrags „sichtbar“ wird. Mit „Korallenblüte“, „In roten Wellen“, „Mohnlichter“ und „Windgöttin“ zeigt sie sich erstmals öffentlich. Und sie verkauft ihre Arbeiten als „Öko-Artprints“. Der Grund: „Nicht nur eine Person kann das Bild haben. So ist ein Bild für viele. Jedes wurde in limitierter Auflage gedruckt“, sagt Maria Hermann.

Grüne Träumerei hat Maria Hermann dieses Werk genannt.
Grüne Träumerei hat Maria Hermann dieses Werk genannt.
Foto: Maria Hermann