Fahrrad

Radverkehr in Stendal soll besser werden

Wird Stendal endlich fahrradfreundlich? Im Februar will der Stadtrat ein Radverkehrskonzept beschließen.

Von Donald Lyko

Stendal l Trotz einiger Defizite im Radwegenetz hat die Hansestadt Stendal gute Chancen, ihren Fahrradverkehr zu verbessern. So sehen das die Autoren des Radverkehrskonzeptes 2020, in dem ganz konkrete Schritte benannt werden, wie diese Verbesserung laufen könnte. Am kommenden Mittwoch beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Konzept, der Stadtrat soll es am 15. Februar beschließen.

In den Jahren 2018 und 2019 hatte eine Arbeitsgruppe aus Stadträten, Polizei, Interessenvertretungen (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Behindertenbeirat, Stadtseniorenrat) sowie Verwaltungsmitarbeitern parallel an einem integrierten Verkehrskonzept – in dem wurde schon der Radverkehr in Stendals Altstadt betrachtet – und am Radverkehrskonzept 2020 gearbeitet. Letzteres schaut auf die Bereiche außerhalb der Altstadt, beide Konzepte greifen nahtlos ineinander. Im August und September vergangenen Jahres hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich das Konzept anzuschauen, ihre Vorschläge und Hinweise wurden eingearbeitet.

Neben einer Bestandsaufnahme bietet das Radverkehrskonzept Musterlösungen an, die nach und nach umgesetzt und weiterentwickelt werden können. Die Stadtverwaltung spricht von einem „lernenden Prozess“ und davon, dass neue Erkenntnisse immer wieder in die Fortschreibung einfließen sollen.

Ziel sei es, „dass Stendal langfristig ein robustes Radwegenetz entwickeln wird, das von Bürgern und Gästen gern genutzt wird und leicht ersichtliche und allgemein akzeptierte Regeln besitzt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Angestrebt wird eine höhere Nutzung des Radverkehrs bei gleichzeitiger Verringerung der Radunfälle.

Wird das Konzept vom Stadtrat beschlossen, soll es schon in diesem Jahr mit der Umsetzung losgehen. Unter anderem sollen Gespräche mit den Ortschaftsräten geführt werden, um die konkreten Probleme in der Nahmobilität in den Ortsteilen zu erfassen. Zur Umsetzung des Konzeptes und um den Radverkehr dauerhaft voranzubringen, wird vorgeschlagen, mittelfristig innerhalb der Stadtverwaltung einen Radfahrverantwortlichen einzusetzen mit den Aufgaben: Netzwerkarbeit, Planen von Aktionen und Infokampagnen, kontinuierliche Überwachung und Fortschreibung des Konzeptes.

Langfristiges Ziel ist es, dass Stendal als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert wird. Neben dem Konzept hat die Hansestadt auf dem Weg dahin schon weitere Schritte unternommen, ist zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Sachsen-Anhalt beigetreten.