Stendal l Auch der Haupt- und Personalausschuss hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Mehrkosten in Höhe von 500.000 Euro für die derzeit laufende energetische Sanierung des Theaters aus dem Haushalt zu finanzieren und dafür andere Positionen zu verschieben. Die beiden AfD-Ausschussmitglieder stimmten dagegen, die acht Vertreter der anderen Ratsfraktionen stimmten dafür. Dennoch gab es während der Debatte kritische Stimmen. Was der Fraktion SPD/FDP/Ortsteile nicht gefalle, so deren Vorsitzender Herbert Wollmann, ist, dass zur Finanzierung unter anderem die 350.000 Euro verwendet werden sollen, die ursprünglich für das Nichtschwimmerbecken im Altoa-Außenbereich eingeplant waren und derzeit mit einem Sperrvermerk im Haushalt versehen sind. Es sei wieder ein Angebot für Kinder, das gestrichen wird, sagte Herbert Wollmann.

Dieser Posten sei ausgewählt worden, „weil wir zu einer schnellen Entscheidung gezwungen sind“, erklärte OB-Stellvertreter Axel Kleefeldt (CDU), damit die Arbeiten im Theater weiterlaufen können. In der Kämmerei musste geschaut werden, welches Geld sich schnell umschichten lasse. Und das sei beim Altoa-Vorhaben der Fall, „denn es ist für dieses Jahr nicht mehr geplant“, so Kleefeldt. Im Finanzausschuss zwei Tage zuvor hatte es zudem die Info gegeben, dass auch für 2021 das Vorhaben nicht in den Haushalt eingeplant werden soll. Unter anderem, weil es Schwierigkeiten gebe, einen Architekten für die Baubegleitung zu finden. Herbert Wollmann bat die Verwaltung darum, im Blick zu behalten, dass später wieder Geld für die Altoa-Außenanlage zur Verfügung steht.

Theater-Finanzierung ist nicht einfach

Dem Vorschlag von Thomas Weise, Vorsitzender der CDU/Landgemeinden-Fraktion, Geld aus dem Verkauf der Villa an der Haferbreite (ehemals Kinderheim) für die TdA-Mehrkosten zu verwenden, erteilte Kämmerin Beate Pietrzak eine Absage: „Die Finanzierung muss jetzt erfolgen“ – mit Geld, das im Haushalt vorhanden ist. Wann Geld aus dem Gebäudeverkauf bei der Stadt eingeht, sei hingegen noch offen, so die Kämmerin.

In seiner Werbung um Zustimmung für die Mehrausgaben betonte Axel Kleefeldt, dass die Attraktivität der Hansestadt Stendal auch in der „Vielfalt ihrer Einrichtungen“ liege. Die Stadt habe sich immer zum Theater bekannt als Ort, der „mit Bildung, Kunst und Kultur zu tun“ hat. Die Verantwortung, die damit einhergehe, verglich der Vize-OB so: „Es ist wie bei Babys. Wenn man sie in die Welt setzt, muss man sie auch ernähren.“ Zuvor hatte der AfD-Fraktionsvorsitzende Arno Bausemer kritisiert: „Wir produzieren immer nur Kosten.“ Es sei „verantwortungslos, noch mehr Geld nachzuschieben“.

Am Montag, 2. November, muss der Stadtrat entscheiden. Die Mehrausgaben für das Theater der Altmark sind notwendig geworden, weil erst nach dem Baustart weitere Arbeiten wie der Umbau beziehungsweise die teilweise Erneuerung der Sprinkler- und der Sprühflutanlage hinzugekommen waren.