Stendal l Nach gut drei Stunden war der Ausschuss für Stadtentwicklung fast am Ende des öffentlichen Sitzungsteils angekommen, als Georg-Wilhelm Westrum, Leiter des Amtes für Stadtumbau und Sanierung, dem Ausschussvorsitzenden Henning Richter-Mendau (CDU) per Fingerzeig signalisierte, noch eine Information zu haben. Und die hatte es dann in sich: Die energetische Sanierung des Theaters der Altmark wird teurer als geplant!

Damit muss der Stadtrat zum zweiten Mal über eine Erhöhung der städtischen Ausgaben entscheiden. Anfang September vorigen Jahres hatte er bei einer Sondersitzung beschlossen, zusätzliche 900.000 Euro aufzubringen, damit das aus dem Programm Stark III geförderte Vorhaben überhaupt begonnen werden konnte. Der Hintergrund: Es wurde ein geringerer Betrag als förderfähig anerkannt, als die Stadt erwartet hatte. Diese musste darum ihren Eigenanteil auf mehr als 1,7 Millionen Euro erhöhen.

Theater kostet fünf Millionen Euro

Und nun steht die nächste Erhöhung an. Die Stadtverwaltung geht aktuell von Mehrkosten in Höhe von 500.000 Euro aus, womit die Gesamtsumme auf rund fünf Millionen Euro steigt. „Die Kostensteigerung hat sich zum einen im Rahmen der Ausschreibungen bei allen Gewerken der technischen Ausrüstung, ausgenommen dem Blitzschutz, ergeben. Gerade bei diesen Gewerken sind aufgrund der baukonjunkturellen Lage aktuell extreme Preissteigerungen zu verzeichnen“, sagte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Nachfrage.

Ein zweiter Grund: Zum Weiterbetrieb der vorhandenen Sprinkleranlage und der Sprühflutanlage wurden jetzt während der Bauarbeiten Bedenken geäußert, obwohl dieser Anlage bei der technischen Überprüfung im Jahr 2017 noch Mängelfreiheit bescheinigt worden war. Krüger: „Bei jüngst vorgenommenen Prüfungen hat sich herausgestellt, dass die Anlagen umfangreich aufgerüstet, umgebaut beziehungsweise teilweise erneuert werden müssen.“ Diese Arbeiten werden von der Stadtverwaltung mit einem Leistungsumfang von zirka 170.000 Euro (inklusive Planung) veranschlagt. Diese Summe könne „nicht als zusätzlicher Bestandteil der energetischen Sanierung eingeordnet“ werden, erklärte der Stadtsprecher.

Stendaler Stadtrat muss Beschluss fassen

Die Ausgaben für Sprinkleranlage und Sprühflutanlage mit den Kostensteigerungen für die ohnehin geplanten und noch ausstehenden Sanierungsarbeiten zusammengerechnet, ergibt sich der zusätzliche Finanzbedarf von rund 500.000 Euro. Darüber muss der Stadtrat in Kürze entscheiden, eine entsprechende Vorlage werde vorbereitet, kündigte Amtsleiter Westrum im Ausschuss für Stadtentwicklung an.

Mit dem Neujahrskonzert zu Jahresbeginn war der Spielbetrieb im Theater eingestellt worden. Danach rückte das Umzugsunternehmen an, das Gebäude an der Karlstraße wurde leergezogen. An den Ausweichspielstätten kamen die Schauspieler wegen Corona bisher allerdings nicht so richtig zum Zuge. Die Theaterkasse kam auf der gegenüberliegenden Straßenseite unter, Intendanz und Verwaltung in der Stadtseeallee 1.