Was ist ein Massenmodell?

Mit einem Massenmodell wird die Bestandsbebauung der vorhandenen Gebäude mit äußerer Kubatur und Dachform, dem Baumbestand, Straßen und Geländeform und anderem auf einer Modell-Grundplatte (Abmessung 90 Zentimeter mal 90 Zentimeter) im Maßstab 1:500 dargestellt.

Der zu beplanende Baubereich ist dabei mit einem Ausschnitt versehen. Alle Wettbewerbsteilnehmer haben eine entsprechende Einsetzplatte erhalten, auf dem der Entwurf dreidimensional als Modell maßstabsgerecht dargestellt wird und in diesen Ausschnitt passgenau eingefügt werden kann. Dadurch hat der Betrachter einen optischen Eindruck, wie sich die Entwürfe in den Bestand planerisch einordnen.

Stendal l Passiert da überhaupt gerade etwas? Diese Frage stellen sich viele Stendaler, nachdem der Stadtrat zu Jahresbeginn die überarbeitete Variante für den Neubau einer Grundschule am Haferbreiter Weg beschlossen hatte und mittlerweile Monate ins Land gezogen sind. Ja, es passiert etwas, heißt es aus der Stadtverwaltung. Und Ja auch dazu, dass der gesteckte Zeitplan aktuell eingehalten werde.

Im Juli sind die Unterlagen für den Planungswettbewerb an dessen Teilnehmer verschickt worden. Zur Projektgruppe, die den Auslobungstext formuliert hat, gehörten drei von den Stadtratsfraktionen entsandte Vertreter, die Leiterin der Grundschule „Petrikirchhof“, deren Hortleiterin, sechs Vertreter der Verwaltung (Amtsleiter für Jugend, Sport und Soziales, Amtsleiter Bauamt, Sachgebietsleiterin Hochbau nebst Mitarbeiterin, Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes nebst technischer Prüferin) und Vertreter des den Wettbewerb begleitenden Büros aus Weißenfels.

Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten

Alle schriftlichen Rückfragen der Planer und Architekten seien bis zum 9. August beantwortet worden, am 14. August habe es ein sogenanntes Rückfragekolloquium gegeben, eine Pflichtveranstaltung für alle Wettbewerbsteilnehmer und die Mitglieder des Preisgerichtes, informierte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Nachfrage.

Bis zum 5. Oktober um 14 Uhr haben die Teilnehmer nun Zeit, ihre Arbeiten abzugeben. Die Massenmodelle (siehe Infokasten) müssen bis spätestens 12. Oktober, 14 Uhr, in der Verwaltung angekommen sein. Die Sitzung des Preisgerichts ist für den 6. November vorgesehen, die Verhandlungsgespräche sollen nach dem jetzigen Zeitplan voraussichtlich im Dezember geführt werden.

Werden die Termine alle so eingehalten, findet die Preisverleihung voraussichtlich im Januar kommenden Jahres statt. Diese soll mit einer Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten verbunden werden. Voraussichtlich auch im Januar 2019 soll der Auftrag an das ausgewählte Büro oder den ausgewählten Teilnehmer erteilt werden.

Baubeginn 2019

Und wie geht es dann weiter? „Der Bauantrag soll Anfang 2019 gestellt werden. Voraussichtlich wird mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte 2019 begonnen“, sagte Philipp Krüger. Das sei „jedoch abhängig davon, welche Bauweise im Ergebnis des Wettbewerbs umgesetzt werden soll“.

Denn wie berichtet, sollen im Rahmen des Wettbewerbes auch Möglichkeiten einer modularen Bauweise untersucht werden. „Es ist daher möglich, dass sich der Baubeginn verzögern kann“, so der Stadtsprecher weiter.

Bei der Finanzierung des nach bisheriger Planung rund 4,2 Millionen Euro teuren Neubauvorhabens war auch immer wieder angeregt worden, Fördergeld zu nutzen. Das hat die Stadtverwaltung weiterhin im Blick. So sei es geplant, erklärte Philipp Krüger, eine Förderung gemäß der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen“ in Anspruch zu nehmen.

Petrikirchhof-Grundschule wird schließen

Ein Antrag auf Fördermittel wurde aber noch nicht gestellt. „Das ist erst möglich, wenn eine sogenannte Ausführungsplanung vorliegt, die aber erst nach Abschluss des Architektenwettbewerbes erstellt werden kann“, sagte Krüger. Laut der Förderrichtlinie können Anträge bis zum 31. Dezember 2019 eingereicht werden. „Wir werden diesen Termin einhalten“, versicherte der Stadtsprecher.

Die Höhe der Förderung richte sich nach den Förderprogrammen zum Zeitpunkt der Bewilligung. Krüger: „Daher können wir derzeit zur Förderkulisse keine belastbaren Angaben machen, zumal wir derzeit auch noch keine belastbaren Kosten, sondern nur Kostenschätzungen haben.“

Nicht nur der Planungswettbewerb läuft derzeit, auch die Arbeitsgruppe Schuleinzugsbereiche ist aktiv. Mit dem Beschluss zum Neubau einer Grundschule war vom Stadtrat auch beschlossen worden, bis Ende dieses Jahres die Schul­einzugsbereiche neu festzulegen. Denn wenn die neue Grundschule am Haferbreiter Weg ihre Pforten öffnet, schließt die Petrikirchhof-Grundschule ihre.

Die Arbeitsgruppe, in der Vertreter aller drei Fraktionen mitarbeiten, bereitet die neuen Schuleinzugsbereiche vor, damit sich die Ausschüsse und dann der Stadtrat damit beschäftigen können. Seitens der Stadtverwaltung werde davon ausgegangen, dass der Zeitplan eingehalten werden kann, sagte Philipp Krüger.