Stendal l In der Endphase seines Studiums der Sportwissenschaft an der Technischen Universität München stellte sich Oliver Seitz die Frage, wie man Menschen dazu motivieren kann, Sport zu treiben. Nicht im Verein, sondern eher zwangslos in der Freizeit. Vielleicht sogar spontan bei einem Spaziergang. Oder als Ergänzung zum Joggen. Der Sportwissenschaftler legte dabei Wert darauf, dass möglichst viele Menschen das Angebot in Anspruch nehmen sollen. Unabhängig von Alter oder Fitnesszustand.

Für alle Generationen

Irgendwann kam ihm die Idee: Wäre es nicht am besten, einen Parcours mit verschiedenen Geräten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu entwerfen? In seiner Diplomarbeit konkretisierte er seine Vorstellungen, entwickelte die Geräte und die entsprechenden Übungen. Seinem Anspruch blieb er treu. „Wir sprechen gerne von ,Generationen-Bewegungsparcours‘. Für Alt und Jung, dick und dünn, sportlich und unsportlich“, beschreibt Oliver Seitz den Ansatz. Für alle also, die fit sind oder es werden wollen.

Dem Konzept war Erfolg beschieden. In mehreren Gemeinden in ganz Deutschland wurden die Parcours bereits eingerichtet. Vor etwa zwei Jahren wurde ein Mitarbeiter des Stendaler Bauhofs auf das Konzept aufmerksam. Zuständig für die Spielplätze in Stendal, erfuhr er auf Fortbildungen davon. Ob der großen Bandbreite der Nutzer würde ein Bewegungsparcours auch in Stendal sicherlich eine Bereicherung des Freizeitangebots darstellen, so der Gedanke.

Als idealer Standort kam ihm der August-Bebel-Park am Schwanenteich in den Sinn. Nahe der Innenstadt, wird er von vielen Bürgern frequentiert. Er stellte den Kontakt zum Entwickler her, der wiederum im März 2017 nach Stendal reiste und das Projekt vorstellte. Schon damals stieß der Vortrag auf viel Wohlwollen, mit der Umsetzung dauerte es trotzdem noch einige Zeit. Im September wurde der Parcours schließlich eingeweiht. In der Stadt ist es der zweite, nachdem im vergangenen Jahr ein ähnlicher auf dem Campus der Hochschule eingerichtet worden war.

Zehn Stationen

Zehn Stationen umfasst das neue Modell. Sie teilen sich in die Bereiche Koordination sowie Kraft und Ausdauer. Einige der Übungen haben einen spielerischen Ansatz, zum Beispiel das „Pedalo“. Man kann sich aber auch ganz „klassisch“ mit Liegestützen fit machen. An jeder Station sind Schilder angebracht, die Erklärungen zu den jeweiligen Übungen geben. Sie ersetzen quasi den Trainer, auf dem man im Fitnessstudio zurückgreifen kann. Ganz umsonst war die neue Attraktion aber nicht. Sie kostete 42.786 Euro.