Stendal l Soweit ein Vorschlag, der in allen Fraktionen des Stadtrates Befürworter findet, wie die Diskussion jüngst im Hauptausschuss schon gezeigt hat. Anders sieht es hingegen mit dem Standort aus. Die Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile schlägt vor, zusammen mit dem geplanten Bau eines Bewegungsparcours im August-Bebel-Park dort einen öffentlichen Grillplatz einzurichten. Der Platz im Stadtforst sei zwar schön gelegen, ist aber nicht einfach zu erreichen. Darum sei der Wunsch an die Fraktion herangetragen worden, „einen stadtnahen Grillplatz, der auch mit Familien und Kindern gut erreichbar ist, einrichten zu lassen“, heißt es im Antrag der Fraktion.

Diesem Antrag hat sie einige Verhaltensregeln beigefügt, wie sie die Stadt Magdeburg für ihre öffentlichen Grillplätze aufgestellt hat. Darin geht es unter anderem darum, das Zelten und Übernachten sowie das Befahren mit und Abstellen von motorisierten Fahrzeugen zu verbieten, die verwendbaren Grillmaterialien (Holzkohle oder Gas), die Zeit für die Nutzung (8 bis 22 Uhr) und die Beräumung des Areals nach dem Grillen festzuschreiben.

„Wir möchten in Stadtnähe etwas für die Leute schaffen, die nicht über eine eigene Fläche verfügen. Wir möchten etwas für die Innenstadtbevölkerung tun“, argumentierte Olaf Lincke von der antragstellenden Fraktion. Dass dies funktionieren kann, bestätigte Björn Eckhard Dahlke (Fraktion Linke/Grüne) und nannte als Beispiel den Nordpark in Magdeburg. „Da gibt es so etwas, das läuft gut“, sagte er.

Punkte zu Bedenken

Er begrüße solche zusätzlichen Angebote, sagte der Linke/Grüne-Fraktionsvorsitzende Joachim Röxe, habe aber Bedenken beim vorgeschlagenen Standort, unter anderem wegen des Senioren- und Betreuungszentrums „Am Schwanenteich“ in der Nähe. Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) sieht „das Zentrum des Grillbedürfnisses nicht unbedingt im Osten der Stadt“. Denn in diesem Bereich gibt es viele Gärten und Eigenheime mit Grundstücken.

„Ich bin mit dem Standort nicht zufrieden“, sagte auch Dirk Hofer (Fraktion CDU/Landgemeinden) und verwies ebenfalls auf das benachbarte Seniorenzentrum. Probleme habe er mit dem Vorschlag aber auch, weil der Bereich schwer einzusehen sei und Regeln wie die Nutzungszeit zwar aufgestellt werden können, aber eine Kontrolle vermutlich schwer werde. Hofer: „Für mich ist das der falsche Standort.“

Über einen geeigneteren soll nun in den Ausschüssen, unter anderem im Stadtentwicklungsausschuss, beraten werden.