Tangerhütte l Mit Einwürfen wie „Wir sind doch hier kein Kindergarten“, „das ist eine elende Diskussion“ oder „Abstimmen! Abstimmen!“ zog Edith Braun (WG Lüderitz) bei der jüngsten Stadtratssitzung in Tangerhütte einmal mehr die Aufmerksamkeit auf sich. Dafür und weil sie oft dazwischen redet, ist Edith Braun vom Stadtratsvorsitzenden Gerhard Borstell (SPD) angemahnt worden. Als sie Ausführungen über die Vorgeschichte der Breitbandplanungen in der Region Tangerhütte machen wollte, wurde sie unterbrochen, wollte das aber nicht hinnehmen. Stadtratsmitglied Wolfgang Kinszorra (SPD) kritisierte: „Sich mit Worten und lautstark durchzusetzen, kann es nicht sein. Man kann sich so nicht konzentrieren.“

Doch dieser Hinweis stimmte Edith Braun nicht ruhiger – ganz im Gegenteil. Fast jedem Satz des Stadtratsvorsitzenden Gerhard Borstell folgte danach eine Reaktion Edith Brauns: 

  • „Richtig!“
  • „Und nicht die!“
  • „Nur Anfragen!“
  • „Bei uns heißt es aber so“ und vieles mehr sprudelte fortlaufend aus ihr hervor.

Zwischengespräche in der Sitzung

 „Ich lasse mir das Wort nicht verbieten!“, „Das ist nicht nur bei mir so“, machte Edith Braun klar und verwies darauf, dass manches Mal bei anderen Ratsmitgliedern Redezeiten nicht eingehalten würden und auch an anderen Stellen immer wieder Zwischengespräche stattfänden.

Dafür gibt es tatsächlich mehrere Schwerpunkte quer durch die Fraktionen, allerdings sind nicht alle so präsent wie die Einwürfe der Lüderitzerin Edith Braun. Stadtratsvorsitzender Gerhard Borstell (SPD) forderte deutlich Respekt voreinander ein und sagte an alle gerichtet: „Die Disziplin in diesem Stadtrat wird nicht mit Eins plus eingeschätzt.“

Ausstieg aus der SPD

Nicht zum ersten Mal sorgt Edith Braun für Aufmerksamkeit: Im Juni 2015 hat das ehemalige SPD-Kreistagsmitglied Edith Braun ihren Ausstieg aus der SPD erklärt. Vorausgeganten war eine parteiininterne Auseinandersetzung, weil Edith Braun 2014 als SPD-Mitglied für den Kreistag kandidierte, für den Stadtrat Tangerhütte aber für die Wählergemeinschaft Lüderitz antreten wollte. Dafür gab es von der SPD-Landesgeschäftsführung eine Abmahnung.