Das Programm in der Übersicht

Freitag, 12. Mai

13 Uhr Begrüßung und Grußworte

13.45 Uhr Dr. Andreas Stegmann: Die Altmark wird Evangelisch − Reformation im Land zwischen Tangermünde, Salzwedel und Gardelegen

14.30 Uhr Dr. Hartmut Kühne: Thaumatologia Hydrotechnica. Der Stendaler Oberpfarrer Christian Christiani und die Hornhausener Wunderbrunnen. Über Wunderheilungen und lutherische Wallfahrten im 17. Jahrhundert

15.15 Uhr Ulrich Kalmbach:

Der Weinberg des Herren – Der Cranach-Altar in Salzwedel

16.45 Uhr Auf reformatorischen Spuren in der Altmark – Ausstellungseröffnung im Altmärkisches Museum Stendal

18 Uhr Abendvortrag im Dom St. Nikolaus Stendal, Dominik Petzold: Aufruhr und Umgestaltung

19 Uhr Empfang im Dom St. Nikolaus Stendal

Sonnabend, 13. Mai

9 Uhr Christine Lehmann: Visitationsabschiede für die Altmark: Die Umgestaltung wird konkret

9.45 Uhr Felix Engel: Entlaufene und standhafte Nonnen, „Köchinnen“ und Pfarrersfrauen. Rollen und Handlungsspielräume altmärkischer Frauen in der Reformationszeit. Ein Beitrag abseits der Genderdebatte

11 Uhr Maria Sasse: Das altmärkische Stadtschulwesen im 16. Jahrhundert

11.45 Uhr Anja Seliger – Die long durée des Stendaler Katharinenklosters

12.30 Uhr Dirk Schumann: „3 Finger Uf das alte Kirchlein“ Das spätgotische Schwurkästchen aus dem Rathaus der Stadt Tangermünde − alte Nachrichten und neue Beobachtungen

14 Uhr Exkursion in die Altmark, unter anderem nach Osterburg, Krevese und Orpensdorf unter der Leitung von Pfarrer Norbert Lazay (nur mit Anmeldung)

18 Uhr Auf reformatorischen Spuren in der St. Stephanskirche Tangermünde. Eine Führung von Pfarrer Jürgen Weinert

19 Uhr Abendessen in der Zecherei Nicolai, Tangermünde

Sonntag, 14.Mai

9.30 Uhr Evangelischer Gottesdienst in St. Petri Stendal

10 Uhr Katholischer Gottesdienst St. Anna Stendal

10.45 Uhr Evangelischer Gottesdienst Domstift Stendal

ab 11.30 Uhr Auf den Spuren der Reformation: St. Anna Stendal, St. Jacobi und St. Petri Stendal

Individuelle Besuche sind möglich ab 14 Uhr:

im Altmärkisches Museum Stendal

in St. Marien Stendal, Ausstellung „Martin Luther und die Juden“

in der St. Stephanskirche Tangermünde

in den Museen der Stadt Tangermünde

Anmeldung:

sind bis zu 28. April möglich im Altmärkischen Museum unter Telefon 03931/65 17 00, Fax: 03931/65 17 09, E-Mail: museum@stendal.de

Tagungsgebühren

5 Euro für Freitag, 12. Mai

5 Euro für Samstag, 13. Mai

Busexkursion

10 Euro pro Person

Zudem sind Anmeldungen erforderlich für den Empfang und die Abendveranstaltungen.

Die Tagung ist als Lehrerweiterbildung anerkannt: WT 2017-063-41

Stendal l Martin Luther und der Thesenanschlag 1517 in Wittenberg – sie sind im Jubiläumsjahr in aller Munde. Zu Recht – aber auch in den einzelnen Regionen gibt es konkrete Daten und Personen, die ein Stück Reformationsgeschichte erzählen. Öffentlich erzählt werden soll über die Spuren der Reformation in der Altmark vom 12. bis 14. Mai während einer wissenschaftlichen Tagung. Zu der laden das Altmärkische Museum Stendal und die Museen der Stadt Tangermünde in Zusammenarbeit mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland ein.

„Es ist schwierig, richtige Spuren zu finden“, erklärt Gabriele Bark, Leiterin des Altmärkischen Museums. Und dennoch ist einiges bekannt: Zum Beispiel, dass sich der reformatorische Gedanke schon in den frühen 1520er Jahren in der Altmark großer Sympathie erfreute. 1530 gab es den sogenannten Stendaler Aufruhr, der in schweren Auseinandersetzungen mit dem brandenburgischen Kurfürsten gipfelte – und nach dem den Stendalern einige Rechte aberkannt wurden. Einer der damaligen Hauptakteure war der Franziskaner-Mönch Lorenz Kokenbecker. Weil er im Gottesdienst reformatorische Lieder in deutscher Sprache sang, wurde ihm ein Redeverbot erteilt – Auslöser für den Kokenbecker-Aufstand. Von ihm kündet eine Butzenscheibe, deren Nachbildung sich im Altmärkischen Museum befindet.

Einladung an Geschichtsinteressierte

Und welche Spuren gibt es noch? In der Tangermünder Stephanskirche hielt Johann Weißgerber die erste evangelische Predigt. Er gilt als erster evangelischer Prediger der Altmark – und das, noch bevor Kurfürst Joachim II. die Reformation offiziell eingeführt hat.

Die Tagung und die Ausstellung sollen die reformatorischen Ereignisse in der Altmark, die 1520 begannen, mit den Kirchen-Visitationen ab 1540 – die ersten Visitatoren in der Altmark saßen auf der Tangermünder Burg – fortgesetzt wurden und mit dem Osterburger Gesangbuchstreit im Jahr 1782 noch immer nicht abgeschlossen waren, facettenreich beleuchten. „Es gibt noch viele weiße Flecken, die erforscht werden wollen“, sagt Gabriele Bark.

Eingeladen zur Tagung sind alle Interessierten. Es kann an allen Programmpunkten teilgenommen werden oder nur an ausgewählten.

Schau in drei Teilen

Bei der Vorbereitung haben Gabriele Bark und Sigrid Brückner, Leiterin der Städtischen Museen Tangermünde, den Mittelalter-Historiker und Archäologen Dominik Petzold mit im Boot. Er hält nicht nur am Freitag den Abendvortrag zum Thema, das der Tagung den Namen gibt, er zeichnet auch für die Sonderausstellung im Altmärkischen Museum verantwortlich. Sie trägt den Titel „Auf reformatorischen Spuren in der Altmark“ und wird am 12. Mai eröffnet. Die dreigeteilte Schau beschäftigt sich mit Luther und dem Ablasshandel, der Reformation in Stendal und mit den Folgen der Reformation, unter anderem dem Dreißigjährigen Krieg. Zu sehen sein werden Leihgaben aus dem Stendaler Stadtarchiv, aus dem Museum und von der evangelischen Gemeinde.

Einer, der sich schon auf die Veranstaltung freut, ist Norbert Lazay, Vizepräsident des Landesheimatbundes. In Sachen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum „wäre der Norden des Landes ohne diese Tagung ziemlich abgespalten“. Der Gladigauer Pfarrer übernimmt am 13. Mai die Exkursion und führt die Teilnehmer unter anderem zur 1599 errichteten Kapelle in Briest, dem ersten nachreformatorischen Kirchenbau in der Altmark. Auf dem Tourenplan stehen zudem die Kirche Orpensdorf, die Osterburger Stadtkirche und das ehemalige Frauenstift in Krevese.