Stendal l Die Diskussion hatte sich über Jahre hingezogen. Es waren eine große Variante mit Innengastronomie und ein Investorenmodell im Gespräch, am Ende fiel die Entscheidung des Stadtrates auf eine kleine Kiosk-Variante, gebaut unter Stadt-Regie.

Dafür sind 190.000 Euro im Haushalt eingeplant, die von Jahr zu Jahr weitergeschoben werden. Wegen fehlenden Personals und einiger Bau-Großprojekte hatte Georg-Wilhelm Westrum, Leiter des Amtes für Stadtumbau und Sanierung, vor zwei Wochen im Kulturausschuss dem Wunsch, das Vorhaben in diesem Jahr umzusetzen, eine Absage erteilt – und damit eine breite Diskussion ausgelöst. Kritik hatte unter anderem Regina Gehlhar, Schatzmeisterin des Vereins der Tiergartenfreunden, im Namen des Vorstandes geübt. Unter anderem befürchten die Ehrenamtlichen, dass die Attraktivität des Tiergartens leiden könnte, wenn es kein attraktives gastronomisches Angebot mehr gibt.

Handwerker wollen Bau unterstützen

Am Sonnabend griff Zimmerermeister Thomas Stelle, Mitglied der Ratsfraktion Freie Stadträte Stendal/Bürger für Stendal (FSS/BfS), zum Telefon und rief alle Fraktionsvorsitzenden an. Sein Anliegen: Die Fraktionen mögen sich zusammentun und einen gemeinsamen Antrag einbringen, dass der Kiosk schnellstmöglich gebaut wird. Das wiederholte er am Montagabend während der Sitzung des Haupt- und Personalausschusses ebenso wie das Angebot der Zimmerer-Innung, dessen Obermeister Thomas Stelle ist, und der Kreishandwerkerschaft Altmark, das Bauvorhaben zu unterstützen. Er wünscht sich, dass der Antrag noch im Stadtrat am 17. Februar behandelt wird, damit es dann zügig mit Planung und Umsetzung weitergehen kann. Mit seinem Vorstoß verbindet Stelle die Anregung, die aktuelle Diskussion zu nutzen, noch einmal über eine größere Variante nachzudenken.

„Wir sind gern bereit, über die Größenordnung noch einmal zu reden“, kündigte der Linke/Grüne-Fraktionsvorsitzende Joachim Röxe an. „Wir sollten es 2020 angehen mit dem Ziel, Fertigstellung im Frühjahr 2021.“ Darum unterstützt er den Vorstoß, dass sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigt. „Ich würde es gut finden, wenn alle fünf Fraktionen einen gemeinsamen Antrag stellen, den Kioskbau möglichst schnell in Angriff zu nehmen“, schlug Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Ortsteile, vor. Unterstützung dafür sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Arno Bausemer zu: „Wir als AfD würden jedem Antrag zustimmen, der die Umsetzung des Bauvorhabens bringt.“ Für eine schnelle Umsetzung des Kiosk-Baus votierte auch Christian Röhl, Vorsitzender der FSS/BfS-Fraktion. „Dafür lassen wir gern zwei Straßen weg“, sagte er.

Gegen eine erneute Debatte sprach sich Reiner Instenberg (SPD) aus. Wenn wieder über Konzeptionelles und Varianten gesprochen werden soll, „fangen wir komplett bei Null an“. Seine klare Forderung: „Baut endlich als Verwaltung das Ding!“