Stendal l Der Arbeitstag im Stendaler Tiergarten beginnt früh. Um 6.30 Uhr geht es los, wie Leiterin Anne-Katrin Schulze im Gespräch mit der Volksstimme erzählte. Dann herrscht auch an den derzeitigen Hitzetagen noch eine angenehme Temperatur. Eine der ersten Aufgaben ist es, mit einem Schlauch Wasser in den Badeteich der Schwarzbären laufen zu lassen. „Weil der Pegel der Uchte so niedrig ist, mussten wir die Pumpen abschalten“, erklärte Schulze. Damit die Kois im Teich überleben können, brauchen sie Sauerstoff. Das Gewässer bei den Tigern hingegen wird in einem geschlossenen Kreislauf umhergepumpt, dort läuft alles wie immer. Und eine Sommermaßnahme ist auch bei den Lamas ergriffen worden. Für einige Zeit wird am Morgen ein Wassersprenger angestellt. Das allerdings nur an den richtig heißen Tagen – schließlich ist es kostbares Trinkwasser.

Polarfüchse sind jetzt in Bad Pyrmont

Viel trinken müssen die Tiere ebenso wie die Menschen bei der Hitze. Und genügend Flüssigkeit ist für die Tiergartenbewohner stets vorhanden. Für alle Tiere steht auch ein schattiges Plätzchen oder eine Ausweichmöglichkeit in einem gut durchlüfteten Gebäude zur Verfügung.

Eine Ausnahme war allerdings die Anlage der Polarfüchse. „Die sieht schon nach Hitze aus“, meinte Schulze. So sind die Füchse umgezogen, in den Tierpark nach Bad Pyrmont. Lange soll die Stendaler Anlage aber nicht verwaist bleiben. Steppenfüchse aus dem Saarbrücker Zoo sollen dort demnächst einziehen.

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Nachwuchs bei Goldfasanen

Nicht wegen des Sommers, sondern wegen des Nachwuchses von Pfau und Goldfasan ist derzeit die begehbare Voliere gesperrt. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer ein Seil gespannt, um die Küken zu schützen, das ist allerdings oft ignoriert worden“, sagte die Leiterin. Schulze möchte eine friedliche Aufwachsphase ermöglichen, die Sperrung wird wohl noch ein, zwei Wochen anhalten. Beobachtet werden können die farbenprächtigen Vögel, die zum Großteil aus Australien stammen, aber auch von außen.

Und das werden sie auch in diesen Tagen von sehr vielen Besuchern. Die Leiterin hatte ja vermutet, dass sich die meisten in die Freibäder flüchten, aber dem ist nicht so. Nur zur Mittagshitze sei es recht leer, am Nachmittag fülle sich der Tiergarten dann aber wieder. Schulze sieht einen Grund für den Besucherzuspruch trotz der hochsommerlichen Temperaturen in der Architektur des Tiergartens. Überall gebe es Wege, die im Schatten liegen und so für eine willkommene Abkühlung sorgen.

Neue einheitliche Schilder

Neu im Tiergarten sind Schilder, die mit dem Logo versehen sind und den Besuchern erklären, welche Tiere sie vor sich sehen und woher sie stammen. Stück für Stück sollen sie die alten Metallschilder ersetzen. „Da muss eine gewisse Linie drin sein“, findet die Leiterin. Die Texte stammen von einem Diplom-Biologen, der nicht nur eine gehörige Portion Wissen, sondern offenbar auch eine gute Prise Humor besitzt. Das lässt sich an den Überschriften der Tafeln ablesen. Da wird beispielsweise der Mantelpavian als „Pascha mit silbergrauer Mähne“ bezeichnet, der Nordluchs als „Katze mit Backenbart und Pinselohren“ und die Erdmännchen schließlich firmieren unter „Sympathieträger mit Gemeinschaftssinn“.