Bundesfreiwilligendienst: Für vier Menschen endet tolle Zeit im Zönu

Vorbild für die jungen Kollegen

Von Anke Hoffmeister

Anderthalb Jahre waren sie im Bucher Umweltbildungszentrum Zönu tätig. Jetzt endet für drei Bucher und einen Griebener die tägliche Beschäftigung im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Sie bedauern es und wollen die Zeit nicht missen.

Buch l "Wir waren sehr gern hier. Wer kann schon von sich behaupten, dass er morgens freudestrahlend zur Arbeit geht?" Nach anderthalb Jahren im Bucher Umweltbildungszentrum Zönu ist Christine Eckardt aber nicht nur um diese Erfahrung reicher. "Ich habe auch eine ganze Menge dazugelernt", gibt sie zu verstehen. Zwar lebt die 53-Jährige auch in Buch. Doch den direkten Kontakt zum Zentrum für Ökologie, Natur- und Umweltschutz (Zönu) hat sie erst im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes gefunden.

Für sie und zwei weitere Frauen sowie einen Mann (alle älter als 50 Jahre) hatte Zönu-Leiterin Uta Neuhäuser Anfang 2012 Anträge auf Förderung über das Programm des Bundesfreiwilligendienstes gestellt. Von Beginn an waren 18 Monate geplant gewesen. Sowohl für das Bildungszentrum als auch die vier eine große Bereicherung. "Es war schön, sich anderthalb Jahre nicht um die Grünanlagen, Beete und Bepflanzungen kümmern zu müssen. Alles lag in einer Hand", betont Uta Neuhäuser. Christine Eckardt war die "Gartenfee", durchstöberte Bücher, um Kräuter-, Färber-, Duft- und Schmetterlingsbeet richtig bewirtschaften und über den Winter bringen zu können. Sie erntete im Zönu-Garten das Obst und Gemüse für die hauseigene Küche. "Unkräuter sind Wildkräuter", gibt sie ihr gewonnenes Wissen weiter.

"Jeder ist hier für jeden da, es ist familiär und macht wirklich Spaß."

Mike Schiersmann

Auch Mike Schiersmann aus Grieben hat mit seinen 53 Jahren noch einiges gelernt. "Als Hausmeister hat man nicht so viel mit Holz zu tun. Hier gehörten Holzarbeiten stets dazu." Mit Kindern baute der Griebener Vogelhäuschen, fertigte Schilder und Tafeln an. "In allen Gewerken gibt es hier etwas zu tun. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich", gibt er zu verstehen, berichtet von Radreparaturen an hauseigenen Rädern, aber auch über Pannenhilfe für Radtouristen. "Die Zeit hier in Buch war wirklich gut. Jeder ist hier für jeden da. Es ist familiär und macht wirklich Spaß."

Ebenso begeistert sind auch Gabriele Wolff und Helga Haubner - beide aus Buch. Während Gabriele Wolff das Elbelandmuseum 18 Monate unter ihren Fittichen hatte, Radtouristen betreute, ihnen Tipps gab, sie mit einem kleinen Imbiss versorgte oder das Elbelandmuseum für einen Besuch empfahl, war Helga Haubner dicht bei den Kindern. Sie unterstützte sie bei allen kreativen Dingen, lernte selbst im Zönu das Brot- und Pizzabacken.

"Alle waren sehr zuverlässig, haben keinen Termin verschwitzt."

Zönu-Leiterin Uta Neuhäuser

Ungern lässt Uta Neuhäuser die vier nach 18 Monaten ziehen, zumal alle mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in die Arbeitslosigkeit gehen werden. Aber ohne Förderung ist es dem Verein nicht möglich, Stellen zu besetzen. Dabei "waren alle sehr zuverlässig, haben keinen Termin verschwitzt und waren mit ihrer 200-prozentigen Einsatzbereitschaft Vorbild für die jungen Kollegen", macht sie deutlich. "Wir gehen mit Traurigkeit vom Hof", spricht Mike Schiersmann auch für die drei Frauen. Am Freitag endet ihre Zeit im Umweltbildungszentrum.