Forschung

Wie Menschen auf dem Land zusammenhalten

Eine Altmärkerin untersucht in den Ortsteilen von Stendal und Tangerhütte den Zusammenhalt der Menschen.

Stendal l Das Forschungsprojekt der gebürtigen Stendalerin Anne Allmrodt zum Gemeinschaftsgefühl in den Ortsteilen der Einheitsgemeinden Stendal und Tangerhütte geht voran. Allmrodt, die an der Universität Bamberg am Lehrstuhl für Humangeografie promoviert, hat im Januar und Februar mit ihrer Familie 1400 Fragebögen in den Dörfern verteilt.

„Wir haben uns vom Wintereinbruch nicht abschrecken lassen und sind von Dorf zu Dorf gefahren“, erzählt die Wahl-Bambergerin. Dabei habe man auch den einen oder anderen erstaunten Blick kassiert, erzählt die 28-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Seit knapp zwei Wochen könne man auch im Internet an der Befragung teilnehmen, teilt die Wissenschaftlerin mit. Sie hoffe, dass viele Einwohner auch auf diesem Wege ihre Forschungsarbeit unterstützen. „Viele haben schon teilgenommen, aber in der Wissenschaft ist mehr natürlich immer besser“, sagt Allmrodt. Man könne ihre Arbeit auch als Werbung für die Region ansehen: „Für die Altmark ist das eine Chance, im Zentrum der Forschung in Form von Konferenzbeiträgen und Publikationen zu stehen.“

Allmrodt möchte erforschen, was das Zusammenleben auf den Dörfern im Besonderen auszeichnet. Ausgangspunkt war dabei, dass der Landkreis in zahlreichen Rankings meist sehr negativ abgeschnitten hat. In diesen Ranglisten sei meist auf die Nachteile ländlicher Räume hingewiesen worden, so Allmrodt. In einem Tangerhütter Ortseil aufgewachsen, habe sie das Lebensgefühl ganz anders wahrgenommen: „Ich konnte erleben, dass ein Dorf Familie bedeuten kann. Die Menschen interessieren und kümmern sich umeinander“, fasst sie zusammen. Dieser Gegensatz zwischen den eigenen Erlebnissen und den wenig schmeichelhaften Zustandsbeschreibungen veranlasste sie, das Thema in ihren eigenen Forschungen aufzunehmen.