Weißewarte l Dass es zwischen dem Förderverein des Wildparkes in Weißewarte, der viele Jahre lang maßgeblich die Geschicke der Einrichtung in Händen hielt, und der Kommune als Betreiber, die den Park seit dem Wechsel der Parkleitung neu aufstellen will, in der Vergangenheit ordentlich knirschte, haben auch die Besucher wahrgenommen.

Offene Fragen und viele Vorwürfe

Im August hatte die Betreiberin des Wildpark-Cafés die Schließung im Oktober angekündigt. Parallel war einiges an Kritik rund um den beliebten Freizeitpark laut geworden. Flohmarktgebühren waren kurzfristig von Seiten der Stadt erhöht worden, ein Kuchenangebot gab es plötzlich nicht mehr. Toiletten wurden als unsauber beschrieben, der Eisverkauf im Kassenhäuschen, der wohl lange Jahre im Namen des Fördervereins geduldet worden war, unterbunden. Offene Fragen und gegenseitige Vorwürfe machten das Miteinander zwischen Förderverein und Verwaltung der Kommune schwierig. Inzwischen soll es einige interne Runden gegeben haben. Bürgermeister Andreas Brohm spricht von „guten Gesprächen“.

Marco Radke (CDU) als frischgebackener Ortsbürgermeister hat die Funktion eines Vermittlers zwischen Förderverein und Kommune übernommen. „Wir haben erstmal alle an einen Tisch geholt. Ich bin selbst nicht im Verein Mitglied und will da auch neu­tral bleiben“, sagt Marco Radke.

Vereinsvorsitzender unerreichbar

Radkes Vater Detlef ist allerdings seit Jahren im Fördervereinsvorstand aktiv, auch Tangerhüttes Ortsbürgermeister Gerhard Borstell gehöre dem Vorstand an, so Radke junior. Der Vereinsvorsitzende Siegfried Ahrndt, der auch seit langen Jahren für den Wildpark aktiv ist, war zwar an den Gesprächen beteiligt, scheint öffentlich aber ein wenig abgetaucht. Für die Volksstimme ist er seit einer Woche für Nachfragen nicht erreichbar.

Nachdem Annette Friedebold als langjährige Stellvertreterin des Vorstandes zurück getreten war, hatte offenbar Sandra Ehrenberg die Funktion übernommen. Die sieht sich inzwischen aber ausgeschlossen von den Vorgängen im Verein. Marco Radke als Vermittler sagt: „Der Vorstand ist dabei, sich neu zu finden und es gibt nach wie vor Leute, die sich dort engagieren wollen“.

Personalproblem bleibt

Der Wildpark-Förderverein wollte eigentlich Anfang September seinen 25. Geburtstag feiern. Das soll nun Ende des Monats nachgeholt werden, Genaueres soll in dieser Woche bei einer Zusammenkunft des Vorstands noch besprochen werden.

Die Technikprobleme an Parkeisenbahn und Autoscootern, die Besuchern und Stadtratsmitgliedern aufgefallen waren, sollen auf Initiative der beiden Stadtratsmitglieder, Michael Bartoschewski und Marco Radke (beide CDU) niederschwellig beseitigt werden, berichtet Bürgermeister Andreas Brohm auf Nachfrage.

Dass damit aber das eigentliche Problem des Personals, das den Startknopf drückt und die Absicherung der Anlage übernimmt, noch nicht geklärt sei, schiebt er in einem halblauten Nachsatz hinterher.

Prinzipiell sei die Umstrukturierung des Wildparkes, in dem lange Jahre die Tierpflege eine untergeordnete Rolle gespielt haben soll, eine Sache, die offenbar nicht jedem gefalle, so Brohm. Im Verein selbst zeichnen sich aber Veränderungen ab. Bürgermeister Andreas Brohm ist nach eigener Auskunft als Privatperson inzwischen auch Mitglied im Förderverein des Wildparkes.

Pachtvertrag neu ausschreiben

Für die Wildpark-Gaststätte sei man derzeit dabei, den Pachtvertrag nach der Räumung durch die jetzige Pächterin (angekündigt ist die Schließung zum 25. Oktober) neu auszuschreiben, erklärt der Bürgermeister.

Der erste reparierte Autoscooter soll inzwischen schon wieder im Park fahren, für einen zweiten, der aus zwei defekten Geräten zusammen gesetzt wurde, warte man noch auf Ersatzteile, sagt Kfz-Meister Michael Bartoschewski. Allein die Parkeisenbahn, die bei Generationen von Kindern beliebt war, wird wohl so schnell nicht wieder rollen.

Marco Radke erzählt, dass er sich selbst um einen Kostenvoranschlag für die Reparatur des jahrzehntealten Gefährts bei einem Landmaschinenfachmann in der Region bemüht habe. Dieser liege inzwischen bei der Verwaltung vor. Da es aber nicht eben um eine kleine Summe gehe, rechne er nicht damit, dass die Parkeisenbahn in diesem Jahr noch repariert wird.