Stendal l Sie sind niedlich anzusehen, die Steinmarder. Doch wehe, das kleine heimische Raubtier hat Zähne gezeigt und mit einem Biss das Auto lahm gelegt. „Dann ist das Geschrei groß“, weiß Siegfried Holzinger. Er ist Pressesprecher der Jägerschaft Stendal und kennt das Problem sehr genau. Immerhin würden viele Jäger von Bürgern zu Hilfe gerufen, um einer Marderplage Herr zu werden. Das trifft zudem auch für Waschbären zu, ob auf dem Lande oder in der Stadt, sagt Holzinger.

Viele Wildarten würden die Nähe zum Menschen suchen und dessen Umfeld bei ihrer Suche nach Unterschlupf und Nahrung nutzen. „Um geplünderte Mülltonnen, verwüstete Gärten und beschädigte Autos zu vermeiden, gilt: Abstand halten und nicht füttern“, rät der Jagdexperte.

Zusammenleben mit dem Marder

Denn das Zusammenleben mit Fuchs, Waschbär, Marder, Widschwein und Co. im bewohnten Bereich funktioniere nur, „wenn wir Wildtiere, die im heimischen Garten oder gar im Haus ihr Unwesen treiben, als solche respektieren“. Wildtiere müssen ihre natürliche Scheu behalten.

In den Sommermonaten Juli und August sorgt die Paarungszeit des Steinmarders häufig für Unmut unter Autofahrern. „Zerstörte Kabel, Schläuche oder Isoliermatten sind die Folgeschäden eines unerbittlichen Revierkampfes. Steinmarder nutzen geparkte Pkw als Schlafplatz, Speisekammer und Aussichtsplattform“, so Holzinger und fügt hinzu: „Wittert der ortsansässige Marder den Duft eines Konkurrenten, greift er alle Autoteile an, die nach dem Rivalen riechen.“

Pendler von Mardern besonders betroffen

Besonders Pendler, die ihr Auto unbewusst in unterschiedlichen Marderrevieren parken, sind von den Beiß-attacken betroffen. „Jedes Jahr verursachen Marder einen Versicherungsschaden in Millionenhöhe.“ Deshalb unterstreicht Holziger die Empfehlung des Deutschen Jagdverbandes an die Autofahrer, dass sie vor jeder Fahrt auf auslaufende Flüssigkeiten oder herumliegende Gummiteile achten. „Teure Folgeschäden lassen sich so vermeiden.“

Die Jäger, die zu Hilfe gerufen werden, haben zwar die Möglichkeit, den unliebsamen Beißer per Falle einzufangen. Doch können auch die Menschen ihren Beitrag dazu leisten, die Plagegeister in Schach zu halten. Beispielsweise sollten Mülltonnen geschlossen bleiben und im Freien herumstehendes Hunde- oder Katzenfutter vermieden werden.