Stendal l Dass Stendal bei Wohnmobil-Reisenden kein Geheimtipp ist oder wird, das sei auch seiner Fraktion klar, räumte Reiner Instenberg (SPD) ein. „Es ist aber ein Wachstumsmarkt“, fügte er hinzu und nannte damit einen Grund für den Antrag. Um „eine gute Entscheidung für Stendal“ treffen zu können, welcher Standard künftig Wohnmobil-Touristen an welchem Standort geboten werden soll, darum werde dieses Konzept eingefordert.

Seit Jahren bietet die Stadt zirka 20 Stellplätze auf einem separaten Bereich des Parkplatzes am Schützenplatz – kostenlos, aber ohne Stromanschluss. Frischwasser gibt es an einem Münzautomaten. Die zentrale Lage kommt bei den Nutzern an, zur Innenstadt sind es nur wenige Gehminuten. Dass auf dem Nachbarplatz aber auch Lastwagen parken sowie die Nähe zur Schützenplatz-Kreuzung und anderen Straßen – Stichwort Lärm – sowie das Umfeld werden dagegen kritisch gesehen. „Die Attraktivität hält sich in Grenzen“, räumte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) ein.

Darum war schon vor einiger Zeit vom Stadtrat vorgeschlagen und von der Verwaltung zugesagt worden, alternative Standorte zu prüfen. Als während der Sitzung des Stadtrates am 4. Dezember vergangenen Jahres aber die Frage gestellt wurde, wie es mit der Umsetzung aussehe, gab es vom Oberbürgermeister eine Antwort, mit der er eine Entscheidung formulierte: Die Verwaltung bleibt beim gegenwärtigen Standort und dessen Modernisierung.

Touristen bringen Geld in die Stadt

So einfach und diskussionslos will die Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile das Thema dann doch nicht vom Tisch haben – und hat darum den Antrag formuliert, dass die Verwaltung ein Konzept zur Umgestaltung und zur möglichen Verlegung des Wohnmobil-Stellplatzes erarbeitet. Noch im ersten Halbjahr 2018 sollte in den Ratsgremien über Standorte und Ausbauziele eines attraktiven Standortes in Stendal sowie über die Vorüberlegungen der Verwaltungen beraten und ein Beschluss gefasst werden, auf jeden Fall, bevor Planungsleistungen in Auftrag gegeben werden. Die Umsetzung sollte so erfolgen, dass Stendal ab der Saison 2019 mit einem attraktiven Reisemobil-Standort für sich werben kann.

Linke/Grüne-Fraktion und CDU/Landgemeinden-Fraktion unterstützen den Antrag. Darum gab es mit elf Ja-Stimmen (inklusive OB Schmotz) ein einstimmiges Votum im Hauptausschuss. Der Stadtrat entscheidet am 19. Februar.

Nach Ansicht der Antragsteller ist ein Wohnmobilstandort für Stendal ein wichtiger Baustein für das Stadtmarketing. Die Gemeinschaft der Nutzer sei eine stark vernetzte Gruppe, die positive und negative Bewertungen der Standorte intensiv austauscht. Davon hänge dann oft ab, ob ein Ort angefahren wird oder nicht – was sich unter dem Strich auch auf die Kaufkraft auswirkt, die Caravan-Touristen in eine Stadt bringen.

Bauhof-Areal als Standort prüfen

Fragen, die im Konzept geklärt werden sollten: Sind mehr Stellplätze geplant? Sind Vereine und Verbände, zum Beispiel aus dem Bereich Tourismus, einbezogen worden? Welchen Ausbaustandard soll ein neuer/modernisierter Reisemobilstellplatz haben? Welche Standorte sind verglichen worden, wie sehen deren Vor- und Nachteile aus? Einen Standortvorschlag machte Henning Richter-Mendau (CDU/Landgemeinden) während der Ausschusssitzung: „Man sollte über das ehemalige Bauhof-Gelände nachdenken. Dort gibt es einen Blick zum Stadtsee.“

Wie gut die Stellplätze am Stendaler Schützenplatz genutzt werden, lässt sich schwer sagen. Denn eine Anmeldung ist nicht erforderlich, darum fehlen konkrete Zahlen.