Wernigerode l Der Himmel ist dunkelgrau, es nieselt unentwegt. Dietmar Ristau hat jedoch super gute Laune und lächelt. „Wir haben jetzt schon 3000 Anmeldungen“, sagt der Vizechef des Harz-Gebirgslaufvereins mit Blick auf die Großveranstaltung am Wochenende in Wernigerode.

Am Sonnabend wird der 39. Harz-Gebirgslauf (HGL) ausgetragen. Und es deutet sich an, der Run auf den größten Volkslauf im Land hält unvermindert an. „Das ist in der Tat so“, sagt der 58-Jährige. Längt haben die Wernigeröder das Tal von 2500 Teilnehmern und weniger verlassen. Zwar seien die Zahlen von einst, als 5000 Läufer und mehr die Himmelpforte förmlich überrannten, „utopisch“, doch die „4000-er Marke reizt“ und sei ein „heimliches Ziel für den 40. in 2017“, verrät Dietmar Ristau. Die Tendenz der letzten drei Jahre stimmt den Organisationschef optimistisch. Trotz der Zunahme von Laufveranstaltungen in ganz Deutschland sei der Zuspruch in Wernigerode gestiegen.

Der Kick: Marathon über den Brocken

Die „Treiber“ sind der Brocken-Marathon und 5-Kilometer-Lauf, während auf den Distanzen über 11 und 22 Kilometer die Teilnehmerzahlen konstant blieben. „Klar, der Marathon über den höchsten Harzgipfel ist eine besondere Herausforderung, ein Kick, den viele einmal in ihrem Leben wollen.“ Dietmar Ristau weiß, wovon er spricht. Seinen Kick hat sich der Einkaufsleiter in diesem Sommer beim Ironman geholt. „Das ist aber eine andere Geschichte“, wiegelt der „Eiserne Mann“, der den Ultra-Triathlon meisterte, ab und bleibt beim Thema.

Nudelparty vor dem Rathaus

Der HGL sei kein gekünstelter Lauf, vielmehr ein Rennen in wunderschöner Naturlandschaft, ein „harter Brocken“ auf allen Strecken und kann durchaus zur Schlammschlacht werden, je nach Wetterlage. Letztendlich sei er ein kinder- und familienfreundliches Event, das am Freitagabend mit der Nudelparty auf dem Marktplatz vor dem Rathaus beginnt und am Sonntag mit dem Frühstückslauf zum Schloss endet. Mittendrin ein Sportlerball am Sonnabendabend in der Mensa der Hochschule Harz. „Die 300 Karten dafür sind sofort vergriffen.“ Andere feiern mit Gleichgesinnten nach dem Wettkampf individuell in der Stadt. Längst ist der Harz-Gebirgslauf ein Wirtschaftsfaktor für Wernigerode und Umgebung, was ausgebuchte Hotels, Pensionen sowie Ferienhäuser und -wohnungen verdeutlichen. „Deshalb wünsche ich mir von dieser Seite noch mehr Unterstützung, zum Beispiel bei der langfristigen Werbung“, sagt Dietmar Ristau, wohl wissend: „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf."

Tausende jubeln glücklich im Ziel

Ein Jahr im Voraus beginnt die Planung, werden Sponsoren und Partner gebunden sowie Helfer gesucht. Eine hohe fünfstellige Summe müsse das 30-köpfige Organisationsteam aufbringen. Die Anstrengungen sind jedes Mal enorm, aber lohnen sich. „Es ist schon ein erhabenes Gefühl, zu sehen, wie Tausende glücklich durchs Ziel laufen und sich freuen, es geschafft zu haben.“

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