Sülldorf l „Wir waren beim Stadtfest in Haldensleben, das hat Spaß gemacht“, erzählt Mario Hoffmann, der Leiter der Schalmeienkapelle Sülldorf. Spaß hatten die Musikerinnen und Musiker auch beim Stadtfest in Aken. Gern sind sie bei den Schützenfesten im Einsatz. Und zu den Martinsumzügen in der Region kommen sie auch alle Jahre wieder mit Freude. An den Jubiläumsumzug des Karnevalsvereins Domersleben erinnern sie sich auch gern zurück. „Wir sind im Anschluss noch dageblieben“, sagt der Kapellenchef.

Zum Stamm der Kapelle gehören 20 bis 25 Musiker. Mehr als 50 Auftritte im Jahr – das kostet viel Freizeit. Von Januar bis Ostern steht nicht viel im Kalender, höchstens mal ein Geburtstag oder eine Hochzeit. Dann aber geht es richtig los. Und die Kapelle ist immer einsatzbereit. „Jeder hat sich das Hobby ausgesucht“, meint Mario Hoffmann, jeder weiß, worauf er sich dabei einlässt.

Die Jungen trommeln lieber

Er weiß das besonders gut, denn sein Vater Günter Hoffmann, der 2011 verstorben ist, gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Von ihm hat Mario Hoffmann auch die Leitung der Kapelle übernommen. Schon als Sechsjähriger habe ihn sein Vater mitgenommen. Dann war für ihn klar, er will auch dabei sein. Seit 42 Jahren trommelt er oder spielt eins der anderen Instrumente. Mit kurzer Übungszeit könnte er heute jeden Musiker ersetzen. „Die Jungen trommeln lieber“, erzählt er, daher habe er sich erstmal davon verabschiedet, trommelt höchstens nochmal, wenn einer ausfällt. „Ich bin jetzt auf die Schalmeie umgeschwenkt.“

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Die nächste Generation der Hoffmanschen Schalmeien-Dynastie ist übrigens auch längst mit von der Partie. Mario Hoffmanns Sohn Kai ist vor 13 Jahren in die Kapelle eingestiegen, er spielt eine Sopran-Schalmeie.

Das Orchester ist recht jung, freut sich der Kapellenchef. Nachwuchssorgen gibt es offensichtlich nicht. Mit 54 Jahren ist Heike Allzeit, sie spielt Bariton, die an Lebensjahren Älteste im Ensemble. Die jüngsten Musiker sind neun Jahre alt.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kerstin Kniebel. Sie kümmert sich um die Ausbildung der jungen Musiker. Jeden Freitagabend ist Probe. Und im Februar fahren sie wieder gemeinsam ins Trainingslager, von Freitag bis Sonntag, so ist das seit Jahren. Im Landschulheim Tarthun fühlen sie sich wohl. „Da stimmt das Umfeld, da kann man Krach machen, und auch sonst stimmt alles.“

Was sie im Februar neu einstudieren wollen, auch dafür haben sie sich schon was ausgeguckt. „Noch was von Helene Fischer“, sagt Mario Hoffmann. „,Und morgen früh küss ich dich wach‘ haben wir ausgewählt. Und noch was von Michael Holm – ,Tränen lügen nicht‘ wird es sein.“

Mehr als 70 Titel gehören bereits zum Repertoire des Orchesters, das 1964 gegründet wurde. Damit können sie jede Veranstaltung mit gestalten und ihr Publikum unterhalten. Sie spielen vom Jägermarsch bis zu „Schatzi schenk mir ein Foto“.

Schalmeien kannte keiner

Für 2016 freut sich Mario Hoffmann besonders auf das 12. Internationale Musikfest in Hattstedt vom 22. bis 24. Juli, das im Hafen von Husum stattfindet. „Da waren wir 2013 schon mal. Und das hat uns so viel Spaß gemacht“, berichtet der Kapellenchef und ergänzt: „Da sind ganz verschiedene Orchester dabei aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Polen, Schweden und Ungarn. Wir waren das einzige Schalmeienorchester und sind sehr gut angekommen, haben viel Applaus bekommen, als wir auf der Husumer Seebrücke gespielt haben. Schalmeien kannte da keiner.“

„Bei diesem Festival sehen wir auch mal wieder, wo wir stehen, können uns vergleichen und andere kennenlernen. In Sachsen-Anhalt gibt es keine Meisterschaften mehr“, erklärt Mario Hoffmann.

Und zum 120. Geburtstag der Sülldorfer Feuerwehr werden sie natürlich spielen. „Das ist für uns eine Herzenssache“, bekräftigt Mario Hoffmann.

Die Zusammenarbeit mit Heimatverein und Feuerwehr sei gut. „Wir unterstützen uns gegenseitig.“

Ohne die Unterstützung wäre es mit dem Fest zum 50. Geburtstag der Kapelle 2014 nichts geworden. Das sollte mal öffentlich gesagt werden. Und öffentlich möchte er auch allen Kapellenmitgliedern und Unterstützern für ihre Einsatzbereitschaft danken.