Wanzleben l Siegfried Jackowicz (64) und Klaus Bunzel (71) blättern zufrieden in dem von ihnen verfassten Werk. Es ist das erste Buch einer Dokumentation, die sich mit einem ganz besonderen Zeitabschnitt in der jüngeren Geschichte Wanzlebens befasst. Es trägt den etwas sperrigen Titel „Fotodokumentation über die Arbeitsgemeinschaft Akrobatik am Wanzleber Börde-Gymnasium 2006 bis 2017“ und ist doch voller Leben.

Auf 100 Seiten und auf noch viel mehr farbigen Fotos zeigt das Buch die Entwicklung dieser sportlichen Truppe, die mit ihren Auftritten Wanzleben weit über die Grenzen des Landkreises Börde hinaus bekannt gemacht hat. Das Buch erscheint zunächst in einer Auflage von 30 Exemplaren und kostet zwölf Euro.

Liebe zur Akrobatik verbindet

„Das Buch ist die volle, bleibende Erinnerung an die Arbeitsgemeinschaft Akrobatik am Börde-Gymnasium Wanzleben, in der drei Generationen von Schülern vorkommen“, sagt Siegfried Jackowicz, der vor seiner Pensionierung unter anderem als Sportlehrer am Gymnasium der Sarrestadt arbeitete. In Klaus Bunzel hat er einen Partner gefunden, der jahrelange Erfahrungen im Verfassen von bebilderten Büchern über die Heimatgeschichte des Zuckerdorfes in all ihren Facetten hat. Doch die beiden Männer verbindet noch mehr: die Liebe zur Akrobatik. Jackowicz und Bunzel trainierten die jungen Akrobaten des Wanzleber Gymnasiums.

Bilder

Mit dem Bau und der Fertigstellung des Wanzleber Börde-Gymnasiums entstand auch eine neue Sporthalle. „An die Sportlehrer wurde das Anliegen herangetragen, diese mit sportlichen Beiträgen einzuweihen. Neben Auftritten unserer Tanzmädchen kam zum ersten Mal die Idee auf, eine kleine Turngruppe zu bilden“, erinnert sich Jackowicz. Die Geburtsstunde der Akrobatikgruppe, die zunächst aus fünf Mädchen und einem Jungen aus den Klassen fünf bis sieben bestand. Die Gruppe sorgte mit Auftritten im Pflegeheim Klein Wanzleben und in der Schule für Furore, hatte jedoch nur zwei Jahre Bestand.

Auftritte in Wanzleben und Umgebung

Zehn Jahre später, im Jahr 2005, besuchte mit Linda Meyer aus Schermcke eine Schülerin das Gymnasium, die bereits mehrfach bei Akrobatik-Weltmeisterschaften aufgetreten war. Mit ihr und weiteren Schülern baute Jackowicz eine Gruppe auf, die unter anderem einen CanCan einstudierte, der die kleine Truppe bei Auftritten in Wanzleben und der näheren Umgebung schnell bekannt machte. Aber auch diese Gruppe bestand nur zwei Jahre.

2008 nahm die Akrobatik am Börde-Gymnasium Wanzleben so richtig an Fahrt auf. Mit Laura Jänicke und Lena Jordan aus Hohendodeleben kamen zwei Mädchen an die Schule, die bereits seit etlichen Jahren in einer Magdeburger Akrobatikgruppe turnten und bereits an Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene teilgenommen hatten. Mit ihren Erfahrungen erklärten sich die Mädchen bereit, beim Aufbau der Akrobatik-Gruppe am Gymnasium mitzuhelfen. Jackowicz baute dann mit weiteren Mädchen und Jungen eine größere Akrobatikgruppe auf.

Missgeschick bringt Nachwuchs

Im Frühjahr bei der Einführung der fünften Klassen am Gymnasium hatte die Gruppe in der Aula ihren ersten großen Auftritt. Dabei erinnert sich der Sportlehrer an ein Missgeschick: Einem Jungen, der sich gerade im Handstand bewegte, riss die Hose. „Mit tosendem Applaus und kaputter Hose wurde die Darbietung beendet und die Gruppe hatte nie wieder Probleme, neue Mitglieder zu gewinnen“, erinnert sich Jackowicz mit einem Lächeln im Gesicht an diesen großen Auftritt.

2011 verstärkten der Magdeburger Akrobatiktrainer Manfred Schwirz und Klaus Bunzel aus Klein Wanzleben das Betreuerteam. Bunzel kam vom Geräteturnen zur Akrobatik und betrieb diese Sportart seit den 1960er Jahren im Wanzleber Kulturensemble. Damit vollzog sich ein Qualitätssprung der Wanzleber Akrobaten. Die Sprünge der Kinder und Jugendlichen wurden schwieriger, die Pyramiden komplizierter. „Es sollte alles leicht und nicht nach Kraft aussehen“, sagt Jackowicz.

Akrobaten werden professioneller

Die Auftritte der Wanzleber Akrobaten wurden dann immer professioneller. Auftritte bei Sachsen-Anhalt-Tagen, bei der Grünen Woche in Berlin, immer wieder im Gymnasium, vor Abgeordneten und Ministern bei einer Sitzung des Kreistags oder in Möbelhäusern folgten. Die Auftritte spülten auch Geld in die Kasse der Wanzleber Akrobatikgruppe. Davon finanzierte sie mehrtägige Fahrten an die Ostsee und nach Frankreich im Sommer und zum Skifahren nach Südtirol im Winter.

Bestellung des Buches bei Siegfried Jackowicz unter der E-Mail-Adresse s.jackowicz@web.de