Seehausen l An den Erfolg um die große Jubiläumsschau im Vorjahr anlässlich des 80-jährigen Vereinsbestehens haben die Seehäuser Kleintierzüchter mit ihrer Ausstellung am Wochenende nahtlos anknüpfen können. Bei der Vereinsschau wurden insgesamt 379 Tiere präsentiert. Darunter 269 Rassegeflügel von 40 Ausstellern und 103 Rassekaninchen von 19 Züchtern.

Befreundete Vereine dabei

Für die ansehnliche Rassen- und Farbenvielfalt sorgen hier alljährlich aber nicht nur die vereinsinternen Züchter, sondern auch die zahlreichen Mitglieder aus befreundeten Vereinen. So beteiligten sich bereits zum elften Mal die Mitglieder des Partnervereins, dem Geflügelzuchtverein Gadenstedt (Landkreis Peine), an der Schau. „Weitere Gastaussteller aus den Vereinen Alleringersleben, Angern, Dodendorf, Klein Oschersleben, Ochtmersleben und Wanzleben bereichern unsere Schau immer wieder aufs Neue“, zeigt sich Ausstellungsleiter Bernd Bothe über die Resonanz begeistert.

Allesamt waren natürlich angetreten, um zu gewinnen. Und immerhin 17 der ausstellenden Züchter konnten einen Preis mit nach Hause nehmen.

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Vier Geflügel- und zwei Kaninchen-Preisrichter hatten bereits am Sonnabend die 379 Tiere bewertet. „Um 6 Uhr ging es los. Gegen Mittag war die Jury fertig“, erzählt Bothe. Jeder Preisrichter habe für jedes Tier zirka drei Minuten „Beobachtungszeit“. „Das ganze Bewertungssystem ist ziemlich aufwändig“, merkte der Seehäuser an.

Aufbau eine Woche vorher

„Mit dem Aufbau der Käfige und Volieren haben wir bereits vor gut einer Woche begonnen. Die Tiere wurden wie immer aber erst Freitagabend eingesetzt. So schonen wir die Tiere und reduzieren den Stress“, erklärt Ronald Diefert, der seit 13 Jahren Vorsitzender des Seehäuser Kleintierzuchtvereins G 128 „Einigkeit“ ist. Er selbst hat sich der Tauben- und Geflügelzucht verschrieben und bekam dafür in diesem Jahr den „Erna und Willy Eichler“-Gedächtnis-Wanderpreis (beste Gesamtleistung für zehn Tiere) verliehen. In Gedenken an die im Februar verstorbene 83-jährige Zuchtfreundin Erna Eichler war die Schau auch unter ihrem Namen eröffnet worden.

An ihr Engagement für die Kleintierzucht während ihrer 54-jährigen Vereinszugehörigkeit erinnerte Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch. Er selbst gehört dem Verein seit nunmehr 47 Jahren an. „Die Kleintierzüchter sind eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Auch wir werden wahrscheinlich, langfristig gesehen, nicht drumherum kommen, mit anderen Vereinen zu fusionieren. Schließlich sieht es überall, was die Nachwuchsgewinnung betrifft, ziemlich mau aus“, merkte er an. Der Seehäuser Kleintierzuchtverein, in dem sich derzeit 44 Mitglieder engagieren, zählt aktuell fünf Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren.

Alle Altersgruppen wichtig

Zur Eröffnung am Sonnabendnachmittag hatten auch Vertreter der Kreisverbände Holm Twarkowski (Geflügel) und Martin Stichnoth (Kaninchen) vorbeigeschaut. Letzterer bezeichnete die Ausstellung als eine der schönsten Gemeinschaftsschauen, die er alljährlich gern besuchen kommt. Stichnoth betonte, dass es für die Nachwuchsgewinnung eines jeden Vereins wichtig sei nicht nur die Jugend, sondern alle Altersgruppen anzusprechen. „Ausschlaggebend ist, dass die ganze Familie hinter dem Hobby steht“, sagte der Kaninchenzüchter.

„Eine tolle Schau“, lobte auch Holm Twarkowski vom Kreisverband der Rassegeflügelzüchter. „Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass der Ortsbürgermeister hinter der Schau steht und den Verein bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten unterstützt“, sagte er. Die Kleintierschau, die jeweils in der Wintersaison als Vereinsziel eines jeden Zuchtjahres Besucher einlädt, um die schönsten Tiere zu präsentieren, wird im Seehäuser Sonnensaal bereits seit der politischen Wende ausgerichtet, erklärte Jockisch auf Nachfrage. Wie der Ortschef so zeigten sich auch die Organisatoren über die Besucherresonanz mehr als zufrieden.