Wanzleben l Bei ihrem jüngsten Besichtigungsrundgang durch das Sportlerheim am Börde-Stadion Wanzleben bot sich den Damen und Herren des Wanzleber Ortschaftsrates um ihr ehrenamtliches Oberhaupt Tino Bauer (Linke) im Sanitärbereich ein erschreckendes Bild. In den Duschen der Heim- und Gastmannschaften breitet sich an den Wänden und auf dem Boden Schimmel aus. Fließen und Putz bröckelt von den Wänden. Weder die Fußballer des Sportvereins Blau-Weiß Empor Wanzleben als Heimmannschaft noch ihre Gästeteams betreten diese Schimmelburgen nach ihren Begegnungen gerne, um sich Schweiß und Dreck mit heißem Wasser vom Körper zu waschen.

„Die Feuchtigkeit muss unbedingt raus aus dem Gebäude“, war sich Rüdiger Petrasch, Präsident des Sportvereins Blau-Weiß Empor Wanzleben, der etwa 200 Mitglieder in seinen Reihen zählt, bei der Sitzung des Ortschaftsrates Wanzleben sicher. Die Feuchtigkeit sorge in den Duschen dafür, dass sich der Schimmel bilde.

Die letzte Sanierung des Sanitärtraktes des Wanzleber Börde-Stadtions reicht ins Jahr 1997 zurück. Seit der Wende habe die Stadt Wanzleben in das Sportlerheim mehr als 400.000 Euro investiert, berichtete die damalige Bürgermeisterin Petra Hort (Linke) in einem Volksstimme-Beitrag. Seit dem hat sich an dem Gebäude ein mächtiger Investitionsstau aufgebaut. Die baulichen Mängel reichen so weit, dass nach einem Gutachten der Balkon des Heims zur Sportplatzseite hin wegen der gefährdeten Standsicherheit gesperrt werden musste.

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Stadt bemüht sich um Förderung

Die Stadt Wanzleben-Börde bemüht sich nach Auskunft von Bauamtsleiter Olaf Küpper um Fördermittel aus dem Stadtumbau-Ost-Programm, um das marode Sportlerheim grundlegend zu saniert. Gesamtkosten von mehr als 480.000 Euro sind dafür veranschlagt. Ein erster Versuch ist gescheitert, jetzt nimmt die Stadt einen erneuten Anlauf. Auch wenn der Antrag aus der Sarrestadt genehmigt werde, könne wohl erst im nächsten Jahr gebaut werden, schätzte Küpper ein. Die Kosten würden sich Kommune, Land und Bund zu je einem Drittel teilen. Die Sanierung des Fachwerks des Sportlerheims im Bereich des Balkons sehe Küpper als noch verhältnismäßig unkompliziert an. „Das Fachwerk muss verkleidet werden, um es vor Feuchtigkeit zu schützen“, gab er eine Erkenntnis des Bausachverständigen aus dessem Gutachten wieder. Ebenso müsse eine Mittelstütze aus Holz, die vom Wasser angegriffen worden sei, im unteren Bereich erneuert und geschützt werden. Die gesamte Terrassenkonstruktion könne hingegen erhalten bleiben.

Beim Sanitärtrakt plädiert Bauamtsleiter Olaf Küpper dafür, die Duschen ganz auszubauen. Das Fachwerk solle raus und durch ein normales Mauerwerk ersetzt werden. Da das Sportlerheim nicht unter Denkmalschutz stehe, sei diese bauliche Veränderung kein Problem, schätzte er ein. Als Alternative solle vor dem Sportlerheim ein Duschcontainer aufgebaut werden. „Mit einem Duschcontainer können wir gut leben“, sagte der blau-weiße Vereinspräsident Rüdiger Petrasch.

Wenn der Antrag auf Fördermittel wieder abgelehnt wird, muss sich die Stadt Wanzleben-Börde einen anderen Plan machen, um das Sportlerheim am Börde-Stadion zu sanieren. Eine Aufgabe für den neuen Ortschaftsrat und den Stadtrat.