Seehausen l Irgendwann um 1750 herum: Der angesehene Seehäuser Bürger Heinrich Kummer, ein gelehrter Mann der Medizin, sehnt sich nach der Ferne. Es verschlägt ihn bis nach Indien, wo er sowohl sein Karriere- als auch sein Liebesglück findet: Kummer wirkt in Surat als städtischer Oberchirurg und ehelicht dort eine junge Einheimische. Dem Paar wird auch ein Sohn geboren. Knapp ein Jahrzehnt später kehrt Kummer zurück – mit Frau und Kind, und die Heidin ist aus innerster Überzeugung heraus gewillt, sich den christlichen Katechismus anzueignen und taufen zu lassen…

Der Stoff für Geschichten

Es ist dies genau der Stoff, den Autor Gunther Hirschligau für seine Geschichten sucht und auch immer wieder, meist in alten Kirchenbüchern, findet: eine außergewöhnliche Person oder Begebenheit aus dem Bördeland früherer Zeiten. Daraus entwickelt der Pfarrer im Ruhestand dann seine Erzählungen, mal als Romanprosa, mal als Theaterskript oder, wie im Fall der „Tausendundzweiten Nacht“, für beide Genres.

Erfolg auf der Bühne

So war 2018 bereits ein gleichnamiges Stück aus Hirschligaus Feder vom Ummendorfer Burgtheater inszeniert worden. Das Buch dazu hatte der Autor da schon in Planung: „Die Inderin in Seehausen, das ist ein Stoff, der mir schon länger bekannt ist, und es reizt mich, ihn auch noch für einen neuen Roman aufzugreifen“, hatte Hirschligau vor zwei Jahren vorausgeschickt.

Seehausen lag auf der Hand

Im Herbst 2019 war die Arbeit am Manuskript beendet, und im Februar nun erscheint „Die Tausenundzweite Nacht“ im Ziethen-Verlag Oschersleben. Die Buchpremiere findet am Sonnabend, 1. Februar, in Seehausen statt – ab 16 Uhr im Saal „Zur Sonne“. „Der Ort lag auf der Hand“, so Hirschligau, „denn die Handlung des Buches spielt größtenteils im Seehausen des 18. Jahrhunderts.“

Die Premiere in Zusammenarbeit mit dem Seehäuser Heimatverein werde als szenische Lesung mit musikalischer Umrahmung gestaltet. Dafür sorgen Hirschligaus Frau Renate sowie die Enkelkinder. Der Eintritt ist frei.

Happy End in Eggenstedt

Auch Eggenstedt ist ein wichtiger Handlungsort im Buch. So war es der dortige Pfarrer Johann Köppen, dessen Aufzeichungen im Kirchenbuch es zum einen zu verdanken ist, dass die „Tausendundzweite Nacht“ überhaupt an Gunther Hirschligau überliefert wurde, und der zum anderen am 7. November 1766 in der Eggenstedter Kirche eine Inderin auf den Namen Maria Catharina Kummer taufte.