Wanzleben l Mit den neuen Regelungen des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration kommen Änderungen auf die Kitas der Stadt Wanzleben-Börde zu. Bisher durften fünf Kinder in einer Gruppe betreut werden. Ab heute dürfen es zwölf Kinder sein.

„Das entspannt für uns die Kapazitäten“, sagt Kai Pluntke, Amtsleiter für Ordnung und Soziales der Stadt Wanzleben-Börde. In den Kitas Seehausen, Hohendodeleben und Wanzleben sollten einige Gruppen auf andere Räumlichkeiten im Ort ausweichen. Dies ist jedoch erstmal kein Thema mehr. „Wir haben jetzt erstmal wieder etwas Luft“, sagt Pluntke. Die Zahl der Kinder, die Anspruch auf eine Notbetreuung haben, wächst. Waren es zu Beginn 46 Kinder in allen kommunalen Einrichtungen der Einheitsgemeinde, die betreut werden mussten, so sind es jetzt 320 Kinder. Grund dafür ist die Ausweitung der sogenannten Schlüsselberufe. Mittlerweile reiche es laut Pluntke aus, dass nur ein Elternteil in einem dieser Berufe arbeite.

Neue Regeln erst prüfen

Einige neue Regelungen müssen geprüft werden, ob diese praktisch umzusetzen sind.Eine davon ist der Aufenthalt auf den Freiflächen „Wir wollen vermeiden, dass die Gruppen sich vermischen. Aber eine extra Abgrenzung, zum Beispiel mit Zäunen zu schaffen, ist nicht praktikabel“, so Pluntke. Vielleicht würde eine zeitliche Regelung eine Alternative bieten.

Durch die Einführung der Maskenpflicht müssen laut Landesregierung Kinder ab zwei Jahren einen Mund- und Nasenschutz in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Doch wie sieht es in den Kindertagesstätten damit aus?

Mundschutz nicht für Kinder

„Die Kinder müssen bei uns keinen Mundschutz tragen“, sagt Kai Pluntke. Lediglich den Eltern wurde empfohlen, beim Bringen und Abholen ihrer Kinder einen Mundschutz zu tragen. „Wir stellen den Erziehern Masken zur Verfügung, aber schreiben ihnen das Tragen nicht vor“, ergänzt Kai Pluntke.

Veronika Warnke ist stellvertretende Leiterin der Kita „Seesternchen“ in Seehausen und hält das Tragen der Masken für nicht realisierbar: „Das geht nicht. Ich kann nicht einem Kind, was zwei Jahre alt ist, einen Mundschutz aufsetzen.“ Den Mitarbeitern sei es freigestellt, ob sie eine Maske tragen möchten. „Wir haben uns aber dazu entschieden, es nicht zu machen, um die Kinder nicht zu erschrecken“, sagt Veronika Warnke.

Die Kleinen nicht erschrecken

Auch die Kinder in der Kita „Sarrezwerge“ in Wanzleben müssen keinen Mundschutz tragen. „Das würde gar nicht funktionieren“, sagt Leiterin Marion Liehr. Sie und ihre Mitarbeiter haben sich ebenfalls dazu entschieden, den Mundschutz wegzulassen: „Gerade für Kinder in der Krippe ist das erschreckend“, sagt die Leiterin. Laut ihrer Aussage gehen die Erzieherinnen davon aus, dass sie mit gesunden Kindern arbeiten. Kinder, die Erkältungssymptome zeigen, müssen zu Hause bleiben.

Durch die Neuregelung der Notfallbetreuung kommen jeden Tag neue Anträge von den Eltern, um ihr Kind wieder in der Kita betreuen zu lassen. Diese werden nach Information von Kai Pluntke sofort bearbeitet.

Blumenstiefel bepflanzt

In der Kita „Zwergenland“ in Remkersleben zum Beispiel haben, wie die Leiterin Andrea Wolff sagt, sechs der eigentlich neun betreuten Kinder derzeit den Betreuungsanspruch. Zwei Kinder waren in diesen Tagen aber nur in der Einrichtung und haben unter anderem mit Erzieherin Yvonne Müller ausrangierte Gummistiefel bepflanzt und am Treppengeländer angehängt. „Die Eltern haben unsere Idee unterstützt und Stiefel und Blumen mitgebracht“, so Andrea Wolff.