Blumenberg l Der Blumberger Frank Lüers, der in der Musikszene eher unter dem Namen DJ Franky bekannt ist, veranstaltete am vergangenen Ostersonnabend eine Online-Party in seinem eigenen Garten.

Frank Lüers ist es wohl eher gewohnt, dass sich die Party vor seinem DJ-Pult abspielt, doch wenn er nun den Blick von seinen Bildschirmen hebt, sieht er keine tanzenden Menschen, sondern eine leere Tanzfläche. Die zahlreichen Zuschauer feiern nämlich zu seiner Musik in ihren eigenen vier Wänden oder gemütlich am Feuerkorb im eigenen Garten.

Mithilfe von Kameras filmt sich der DJ selbst und stellt die Videos auf Facebook live zur Verfügung. So kann jeder seinen Auftritt mit Musik und Moderationen in Echtzeit verfolgen. „Damit der Livestream ein wenig aktiver wird, habe ich die Zuschauer gebeten mir private Bilder von sich im Wohnzimmer oder am Lagerfeuer zu schicken. Die habe ich dann bearbeitet und im Livestream eingeblendet“, sagt Frank Lüers. Ab 20 Uhr hieß es für drei Stunden Stimmung und gute Laune verbreiten. „Es war zwar sehr kalt, aber ich habe es trotzdem durchgezogen“, resümiert DJ Franky.

Fans aus ganz Deutschland

Während seines Auftritts konnten die Zuschauer wild kommentieren und sich auch das ein oder andere Lied wünschen. Was am Ende allerdings gespielt wird, bleibt die Aufgabe des DJ‘s. Insgesamt schauten im Durchschnitt etwa 150 Menschen bei Facebook zu. Doch das Publikum bestand nicht nur aus Feierwütigen aus der Umgebung. Das Hörergebiet erstrecke sich bundesweit. „Es schauen Menschen von Bayern bis an die Küste zu“, fügt er hinzu.

Bisher war die Gartenparty seine dritte Veranstaltung dieser Art, die durch das Corona-Virus entstanden ist. Die erste „Stay-home-online-Party“ fand in Frank Lüers Tonstudio in Blumenberg statt und bei der zweiten Veranstaltung legte der DJ im eigenen Wohnzimmer auf. Eine weitere Party sei bisher noch nicht in Planung, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Osterparty wohl nicht die letzte gewesen sein, denn „ich versuche meine Sucht nach dem Publikum zu halten“, verrät der Blumenberger. Im Gegensatz zu einer zehnstündigen Veranstaltung, für die er gebucht wurde, sei es seiner Ansicht nach schwerer eine solche Livestream-Party zu veranstalten. Grund dafür sei, dass man vieles gleichzeitig im Blick behalten muss, wie zum Beispiel die Technik, welche Kamera als nächstes filmen soll und man ebenfalls noch auf die vielen Kommentare eingehen möchte, die während der Aufnahme eintrudeln und ganz nebenbei muss man sich noch um die Musik kümmern.

Doch trotz dieser Herausforderungen fehlt es Frank Lüers keinesfalls an Spaß und Energie. Seit nun 25 Jahren ist er erprobter DJ. Mit etwa 16 Jahren begann seine Leidenschaft für diese Tätigkeit. Die Musik fließt aber schon seit seiner Geburt in seinen Adern. Aufgewachsen in einer sehr musikalischen Familien, erlernte er schon früh Instrumente wie Blockflöte und Gitarre. „Ich bin immer mit den Tonproben meines Vaters eingeschlafen, die er in seinem Studio aufgenommen hat“, sagt Frank Lüers. Auch seine Geschwister spielten damals schon Instrumente und seine Mutter hat sich dem Gesang verschrieben. Mit den Jahren kam bei ihm dann das Interesse für elektronische Instrumente und so entwickelte sich seine Leidenschaft für das Mischpult eines DJ‘s. „Ich hatte meine ersten Auftritte auf privaten Familienfesten und dann kamen Messemoderationen“, erzählt er. Heute wird er zum Beispiel für Hochzeitsfeiern, Geburtstage oder andere Feiern gebucht.

Normalität erst in ferner Zukunft

Hauptberuflich ist er jedoch Gerichtsvollzieher. Da sei die Nebentätigkeit als DJ ein guter Ausgleich, sagt Frank Lüers. Daher sei sein Nebenberuf für ihn nicht existenziell wichtig. Für manch andere befreundete Kollegen sieht die Situation ganz anders aus. Wenn die nächsten Monate ebenfalls keine Veranstaltungen stattfinden, dann stehen die Existenzen der Hauptberuflichen DJ‘s auf dem Spiel, fügt er hinzu. Eine Besserung der Situation sieht er in naher Zukunft allerdings nicht. Gerade Partys sind der Ort, an dem viele Menschen zusammen sind und miteinander tanzen. Selbst mit einer Lockerung der Maßnahmen würde die Partyszene wohl als letztes den gewohnten Alltag aufnehmen können. Davon ist Frank Lüers überzeugt. „Bis zu den richtigen Partys wird es noch dauern“, sagt er vor allem mit Blick auf den traditionellen Tanz in den Mai, der eigentlich bald ansteht. „Die Kultur wird sicherlich arg leiden. Die jetzige Zeit bringt viele Herausforderungen mit sich“.

In seinem Berufsleben als Gerichtsvollzieher hingegen, läuft es soweit es geht normal weiter. Das Büro sei coronagerecht umgestaltet worden. In der momentanen Ausnahmesituation wurden allerdings auch schon Räumungen oder Stromabschaltungen zunächst zurückgestellt.

Doch auch privat lassen sich Frank Lüers und seine Familie nicht unterkriegen. Er selbst verbringt viel Zeit mit der Musik und seine Frau näht sehr gerne - momentan steht das Projekt Mundschutz an. Obwohl Frank Lüers Sohn momentan zuhause bleibt und nicht zur Schule gehen kann, vertreibt er sich die Zeit ganz gut. „An Ostern war er sogar schon in unserem Pool. Er ist ziemlich hart im Nehmen“, sagt er mit einem Lachen.