Vandalismus

Der Park in Schwaneberg wird jetzt ab 18 Uhr immer abgeschlossen

Von Udo Mechenich
Mit Brachialgewalt wurden die Abdeckplatten am Brunnen im Park herausgebrochen und ins Wasser geschmissen. Ortschaftsratsmitglied Matthias Wagner ist fassungslos angesichts dieser Art des Vandalismuses. Foto: Udo Mechenich

Schwaneberg

Seit einiger Zeit greift in Schwaneberg im Park der Vandalismus um sich. Am Springbrunnen wurden viele der Abdeckplatten von der Begrenzungsmauer abgerissen und in den Brunnen hinein geschmissen. „Das ist alles andere als ein schöner Anblick, den wir hier jetzt haben“, ärgert sich Ortschaftsratsmitglied Matthias Wagner bei einem Vorort-Termin zusammen mit der Volksstimme.

An einer anderen Stelle, gleich am Teich, hatten die kleinen Kinder aus dem Ort angefangen, sich eine Butze zu bauen. „Das war für uns vom Ortschaftsrat und auch für die Schwaneberger vollkommen okay. Irgendwo müssen die Mädchen und Jungs spielen können. Wir haben hier in Schwaneberg ja nichts, noch nicht einmal einen vernünftigen Spielplatz. Von daher haben wir gesagt, lasst die Kinder dort spielen“, berichtet Wagner. Die Kinder hätten ein wenig totes Holz gesammelt und sich damit eine Höhle gebaut. Das sei auch so weit vollkommen in Ordnung gewesen.

„Aber dann ist eine irgendeine andere Gruppe in den Abendstunden in den Park gekommen und hat die Herrschaft über diese Höhle übernommen. Das gipfelte dann darin, dass mich mehrere Bürger aus Schwaneberg ansprachen, ob ich schon gesehen hätte, was aus der Butze geworden ist.“ Die Höhle wurde immer größer. Da wurden Äste von den Bäumen mit einer Säge ganz professionell abgesägt. Da lag Müll und Unrat herum. Wagner: „Ich war einfach nur entsetzt, was hier für ein Frevel an den Bäumen begangen wurde. Dort wurde Glas kaputt geschlagen. Da lagen Zigarettenstummel und Getränkedosen herum – das macht uns alle sehr traurig und wütend.“ Die Gemeinschaft habe sich hier einen schönen Ort zum entspannen geschaffen, und irgendwelche Egoisten ruinieren ihn.

In den Abendstunden

Die Zerstörungen seien überwiegend in den Abendstunden geschehen, erklärt Wagner weiter.

Ortsbürgermeister Norbert Filusch habe von daher zunächst einmal entschieden, dass der Park abends wieder abgeschlossen wird. „Um 18 Uhr schließen wir den nun zu. Morgens gegen 8 Uhr wird er wieder geöffnet. Wir hoffen, dass wir so diesen Vandalismus hier bei uns ein wenig eindämmen können.“

Vorher war der Park in Schwaneberg generell immer offen. Der Park wurde im Zuge der 1050-Jahr-Feier im Jahr 1989 mit viel Liebe restauriert. „Da gab es dann im Anschluss auch Schließzeiten, die waren aber im Lauf der Zeit nicht mehr notwendig. Es haben sich alle ordentlich benommen. Aber jetzt müssen wir unseren Park nachts dichtmachen, damit sich hier nicht irgendwelche Gestalten herum treiben können, die den Park verschandeln.“

Angesichts der Zerstörungen hat Schwaneberg sich auch schon an den Bauhof gewendet. „Hier geht ein großes Dankeschön nach Osterweddingen. Die haben sehr schnell reagiert und haben die wilde Müllhalde innerhalb von einem Tag geräumt“, sagt Wagner, „wir hatten die Angst, dass wenn da einmal Müll liegt, das ganz schnell immer mehr wird.

Zustand immer schlechter

Viele Bürger Schwanebergs bedauern, dass der Zustand des Parks immer schlechter wird, weiß Wagner aus Gesprächen. Viele würden gerne aktiv werden. „Wir hatten für April 2020 einen großen Arbeitseinsatz geplant. Viele Schwaneberger hatten schon ihre Bereitschaft signalisiert, dass sie mit aufräumen wollen. Das ist dann natürlich Corona zum Opfer gefallen“, sagt Wagner, „auch jetzt können wir als Ortschaftsrat solch eine Aktion nicht ins Leben rufen. Wir müssten ein Hygienekonzept erarbeiten. Wir müssten dokumentieren, wer mit dabei ist. Das schaffen wir nicht. Viele Bürger wollen aber selber aktiv werden. Von daher können wir nur sagen, dass jeder der privat etwas unternehmen möchte, sich hier unter Einhaltungen der Corona-Vorschriften engagieren kann.“

Solch ein Engagement gebe es beispielsweise bereits am Kriegerdenkmal am Ortseingang oder auch an der Kulturkirche. Das könne man sich als Vorbild nehmen. Wagner: „Ich würde mich einfach freuen, wenn im Monat Mai die eine oder andere Familie hier im Park mit anpackt; totes Holz einsammelt, die Wege harkt, Laub zusammenkehrt. Der Aufruf steht. Es darf nicht offiziell sein. Es muss eine Eigeninitiative sein.“