Seehausen l Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen tut sich was. Der frühere Geräteschuppen des Bauhofs wird zu Umkleidekabinen für Männer und Frauen umgebaut. Anfang Dezember 2019 begannen die Kameraden mit dieser Arbeit, sodass noch vor Weihnachten der Rohbau für die neuen Räumlichkeiten stand. Dann sollte es mit dem Fußboden und der Decke weitergehen. „Wir haben finanzielle Mittel von der Stadt für das Material bekommen“, sagt Wehrleiter Marko Wartenberg. Im Schulungsraum sollten die Wände neu gestrichen werden. Beim Abziehen der Tapeten entdeckten die Kameraden feuchte Wände und Schimmel. Das bedeutete Renovierungsstopp. Grund für die Feuchtigkeit im Gerätehaus ist ein marodes Zuleitungsrohr. „Eine Heizungsfirma war schon da und meinte, dass es so marode ist, dass es zerbersten könnte“, sagt Wartenberg. Das hätte zur Folge, dass das Wasser den Boden des Gerätehauses durchweicht. „Das würde alles durchsickern und wir bekämen das nicht mal mit.“

Der Wehrleiter setzte sich mit Kai Pluntke vom Ordnungsamt Wanzleben in Verbindung. „Wir müssen den Haushalt abwarten“, sagte Pluntke. Dieser wird am 5. März beschlossen. Da die anfallenden Kosten für Reparaturen noch nicht in den Haushalt aufgenommen wurden, müsse man schauen, inwiefern dies noch realisierbar ist. „ Es wird geguckt, welche Priorität das Gerätehaus hat und danach werden die Mittel zur Verfügung gestellt“, erklärt der Amtsleiter. Wichtig sei, dass die beschädigte Wasserleitung repariert werde. Danach könne dann eine Fachfirma für die Trockenlegung der feuchten Wände engagiert werden. „ Da wir das nicht geplant haben, wird es schwierig,es umzusetzen“, so Pluntke.

Hohe Kosten für Trockenlegung

Bei der Trockenlegung des Gerätehauses in Klein Rodensleben im vergangenen Jahr, entstanden Kosten von 25 000 Euro. „Das Gerätehaus ist kleiner als das in Seehausen. Es werden höhere Kosten anfallen“, sagt Pluntke. Der Stadt Wanzleben Börde stehen für die Unterhaltung der Gebäude aller Feuerwehren der Gemeinde 40 000 Euro zur Verfügung. „Wir sind sehr dankbar und froh, dass die Kameraden das Gebäude in Eigenleistung renovieren“, so Pluntke.

Hintergrund für die Renovierungsarbeiten im Gerätehaus Seehausen ist die Personalentwicklung der Feuerwehr. Denn im vergangenen Jahr kamen Frauen dazu. So wurde der Wunsch nach Veränderungen laut.

Die Reparaturen im Gerätehaus waren auch bei der Jahreshauptversammlung am vergangen Freitag ein Thema. „Bei dem Zustand hier wird es schwer, Leute hier nach oben zu holen“, sagte ein Kamerad. Er sprach Stadtwehrleiter Burkhard Wegner auf diese Misststände an. „Finanziell gönne ich jedem ein neues Löschfahrzeug und ein neues Gerätehaus, aber es ist nicht möglich“, sagte der Stadtwehrleiter. „Hausmäßig, außer das Reperaturen anfallen, seid ihr gut aufgestellt. Haltet das in Ehren“, sagte Harald Hinz, Vorsitzender des Feuerwehrverbands Börde.

Jugendwehr wieder aktiv im Ort

Neben den anfallenden Reparaturarbeiten gab es während der Jahreshauptversammlung auch erfreuliche Dinge zu berichten. Seit Juni 2019 hat die Freiwillige Feuerwehr Seehausen wieder eine Jugendfeuerwehr. Im Januar dieses Jahres kam auch eine Kinderfeuerwehr dazu. Insgesamt neun Kinder und Jugendliche sind in der Seehäuser Feuerwehr. Um noch mehr Kinder für die Feuerwehr zu begeistern, plant geplant vor Ort in die Grundschulen des zu gehen.

Burkhard Wegner überreichte Katharina Schindler die Urkunde für die Kinderfeuerwehr. Joachim Mietzsch erhielt für seine 60-jährige Mitgliedschaft eine Ehrung. Insgesamt 39 Einsätze hatten die Feuerwehrleute im Jahr 2019. „Danke für diese Einsatzbereitschaft“, sagte Wartenberg. Insgesamt 2000 Einsatzstunden wurden absolvierten. Ereignisreiche Einsätze waren die Brände in der Schweinemastanlage und einer Lagerhalle in Klein Wanzleben.