Langenweddingen l „Wenn sich Kinder in ihrer Umgebung pudelwohl fühlen, ist das die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft“, sagte André Schröder. Die Kita „Spatzennest“ in Langenweddingen mit aktuell knapp unter 90 Kindern genüge allerdings längst nicht mehr den modernen Anforderungen. „Diese Umgebung kann in Langenweddingen mit Unterstützung aus EU-Mitteln und aus der Stark-III-Förderung nun geschaffen werden“, erklärte der Finanzminister.

„Viele haben bis vor kurzem noch gesagt, ‚Ich glaube nicht daran, das klappt doch nie’. Nun klappt es doch. Heute ist ein besonderer Tag“, erklärte Bürgermeister Jörg Methner (SPD). In den vergangenen Jahren hätten sowohl Eltern und Erzieher viel dafür getan, wie sich die Einrichtung heute präsentiere. „Nun ist die Zeit der ewigen Spenden vorbei“, betonte der Rathauschef. Dennoch gebe es viel zu tun, doch die Arbeit werde gerne in Kauf genommen, „wir sehen ein Licht am Horizont.“

Gemeinde spart Energiekosten

Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek (Die Linke) verfolgte die Veranstaltung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich freue mich riesig für die Kinder, die später viel mehr Platz haben werden. Ein kleines bisschen Wehmut ist jedoch dabei. Schließlich habe ich als kleines Kind auch diese Einrichtung besucht. Hier wird sich viel ändern“, meinte die Ortsvorsteherin.

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Für den Chef der Investitionsbank, Manfred Maas, ist der Kita-Neubau eine Investition in Nachhaltigkeit. So komme die Maßnahme der Bildung zugute und damit dem demografischen Wandel. Ferner spare die Gemeinde jährlich rund 78.000 Euro an Energiekosten ein. Außerdem komme der Bau der regionalen Wirtschaft zugute.

Landrat Hans Walker (CDU) dankte der Investitionsbank wie dem Finanzministerium, weil der Landkreis Börde ein großes Stück des Kuchens in Anspruch nehmen dürfe. Vor dem Hintergrund der Schließungsdiskussionen der Grundschule im Ort versicherte Gemeinderatsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Guido Heuer (CDU) jenen anwesenden Eltern, deren Kinder in die Langenweddinger Grundschule gehen werden, dass auch für sie eine Lösung gefunden würde. „Kein Schüler muss von einer maroden Schule in eine andere marode Schule wechseln“, sagte er.

Künftig Platz für 100 Kinder

Der Ersatzbau der Kita „Spatzennest“ soll bis Ende 2010 fertig sein. Denn die aktuelle Kapazität in dem rund 120 Jahre alten Dorfhaus, in der die Kita untergebracht ist, und dem im Jahr 1960 errichten Anbau, ist ausgeschöpft. Außerdem wiedersprechen die Räumlichkeiten aktuellen Sicherheitsstandards, weil beispielsweise Gänge zu eng sind. Das neue Gebäude soll auf dem vorhanden Grundstück entstehen und Platz für mehr als 100 Kinder bieten. Bislang werden im „Spatzennest“ 86 Mädchen und Jungen aus mehreren Ortsteilen des Sülzetals betreut.

Die Gesamtbausumme wird rund 2,9 Millionen Euro betragen, wovon 2,17 Millionen Euro aus Fördermitteln stammen. Der Rest von rund 730.000 Euro steuert die Investitionsbank Sachsen-Anhalt als zinsloses Darlehen bei.

„Demnächst wird sich eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern der Verwaltung, des Ortschaftsrates, Vertretern der Elternschaft und verschiedener Ausschüsse bilden“, erklärte Jörg Methner. Hier sollen unter anderem die Raum- und Gestaltungskonzepte beraten werden. Noch ungelöst ist beispielsweise, wo während der Bauphase die Kinder unterkommen. „Hier gibt es mehrere Varianten, die beraten werden müssen“, sagte Methner. Außerdem müssten die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Mit ersten Arbeiten könnte noch Ende 2018 begonnen werden. Bis spätestens Oktober 2020 soll der Ersatzneubau bezugsfertig sein.

Doch zumindest einen Haken hat das Neubauprojekt: Denn in einem der Häuser auf dem Kita-Gelände ist das DDR-Museum „Ostalgie-Kabinett“ beheimatet. Um Platz für den Neubau zu schaffen, muss das gemeindeeigene Gebäude abgerissen werden und das Museum eine neue Bleibe finden...