Eilsleben/Wefensleben l Schon im Mai hatte die Verwaltung in einer Mitteilung auf die jeweiligen Friedhofssatzungen verwiesen. „Gemäß den Friedhofssatzungen der Gemeinden dürfen Blumen und Kränze nur an den dafür vorgesehenen Plätzen niedergelegt werden“, erklärt Anke Köhler von der Friedhofsverwaltung gegenüber der Volksstimme. „Das Ablegen von sonstigen Gegenständen und das Aufstellen von Kerzen ist nicht gestattet. Insbesondere ist es nicht gestattet, die Grabanlagen zu betreten und direkt an der Stelle der Beisetzung Blumen, Gegenstände, Kerzen oder Kies abzulegen.“

Es sei vermehrt festgestellt worden, dass sich wohl Angehörige, Hinterbliebene oder Freunde nicht an die Vorgaben gehalten hätten. „Die Ablageflächen sahen daher ungepflegt aus und beinhalteten ein Sammelsurium von Gegenständen. Sie entsprachen damit nicht mehr einem würdevollen Ort“, sagt Anke Köhler. Betroffen seien die Friedhöfe der Gemeinden Eilsleben, Harbke, Hötensleben, Sommersdorf, Völpke und Wefensleben gewesen.

Nach einer Aufforderung an die Bürger sind die Bereiche jetzt entweder durch Gemeindearbeiter oder durch die Friedhofsverwaltung entsprechend beräumt worden. Anke Köhler verweist ausdrücklich darauf, dass Kränze, Pflanzschalen und Blumen von dieser Maßnahme nicht betroffen seien. „Zukünftig wird auf den Ablageflächen alles außer den Blumen, und Kränzen sofort entfernt“, betont sie. „Die bewussten Pflanzschalen sind davon ebenfalls nicht betroffen, da sie in der Regel gepflegt werden.“ Kuscheltiere, Engel und Kerzen seien in keiner Friedhofssatzung zulässig. „Wir weisen darauf hin, wer gegen die Vorschriften der Friedhofssatzungen verstößt, handelt ordnungswidrig und dies kann mit einer Geldbuße geahndet werden“, fügt sie hinzu. Die Verwaltung übernehme die Aufgaben im Auftrag der jeweiligen Gemeinde.

Grabbeigaben werden aufbewahrt

„Die eingesammelten Gegenstände sind nicht einfach entsorgt worden“, hebt Anke Köhler hervor. „Sie werden noch eine gewisse Zeit aufbewahrt, entweder bei uns oder in den Gemeinden.“ Dort können sie abgeholt werden. Ein weiterer Grund für die Durchsetzung der Satzungen sei auch gewesen, dass die Abfallbehälter auf einigen Friedhöfen zur Entsorgung von privatem Hausmüll genutzt wurden. „Die Gemeindearbeiter sind bemüht, die Friedhöfe und ihre Anlage sauber und gepflegt zu halten. Es ist keine angenehme Arbeit, wenn sie etwa Damenhygieneartikel aus Gelben Tonnen fischen müssen“, sagt Anke Köhler. Missbräuchliche Nutzung werde ebenfalls geahndet.

Volksstimme-Leser Gunnar Rüstenberg sieht die Maßnahmen auf dem Wefensleber Friedhof sehr kritisch. „Erst wurde hier der Stein der grünen Wiese nach Belsdorf verschleppt, dann wurden die Umgestaltungspläne auf Grund finanzieller Engpässe auf Eis gelegt, und nun soll den Engeln, die seit fast zehn Jahren liebevoll von den Angehörigen der Toten zum Friedhof getragen werden, der Gar aus gemacht werden“, äußert er sich. „Sie stören nicht wie manch anderer die Totenruhe, sind keine Unfallgefahr und behindern auch keine Mäharbeiten. Sie sitzen ganz ruhig auf dem lieblosen grauen Kies vor einem hässlichen Ersatzstein und weinen.“

Laut Friedhofsordnung sei es wohl nicht erlaubt, Gefühle zu präsentieren. „Die Engel werden als Sammelsurium bezeichnet und machen den Ablageplatz zu einem ungepflegte nicht würdevollen Ort. Sitzen in der Verwaltung eigentlich Menschen oder lebende Friedhofsparagraphen“, fragt er.

Dabei hätten die Engel und Blumen nicht einmal auf der ursprünglichen „Grünen Wiese“ gestanden. „Auf der Wiese hinter dem Stein liegen nur ein paar Ruhende. Die meisten Verstorbenen liegen fünf Meter weiter links vom Stein – auf einem abgetrennten Grasstück das zur Zeit wie ein Morgen unbearbeitetes Stück Ackerland aussieht“, sagt Rüstenberg. „Das, ist unwürdig. Es ist eine Schande, wie mit den Toten und Hinterbliebenen in der Verbandsgemeinde umgegangen wird.“ Darum sollte sich seiner Meinung nach erst einmal die Friedhofsverwaltung kümmern, und nicht um ein paar Engel, Blumen und Kerzen. Auf dem Friedhof in Wefensleben werde seines Wissens nach kein Hausmüll entsorgt.

Anke Köhler verweist darauf, dass die Friedhofsverwaltung am Gespräch mit den Bürgern interessiert sei. „Diese können sich bei uns melden und wir würden schon im Vorfeld Missverständnisse ausräumen und beratend tätig werden“, sagt sie. „Dieser Service wird jedoch zu selten in Anspruch genommen.“ Eine Gemeinschaftsanlage unterliege nun einmal der jeweiligen Satzung in den Gemeinden. Auf eine Grundordnung könne man nicht verzichten. „Auf der sogenannten ,Grünen Wiese‘ wird anonym bestattet“, führt sie aus. „Anders verhält es sich bei einer individuellen Grabstätte, die die Bürger gemäß ihren Wünschen – unter Einhaltung der Satzung – gestalten können..